HEREDITAS Blog: Aktuelles zur Erbengemeinschaft

Den Haushalt des Erblassers auflösen: in der Erbengemeinschaft eine besondere Herausforderung

Haushaltsauflösung in der ErbengemeinschaftMein Name ist Dr. Stephan Seitz, ich bin Jurist und war vor wenigen Jahren selbst Teil einer Erbengemeinschaft. Dabei wurde mir klar: die Miterben wollen keinen Streit, sondern eine Lösung. Alles was Sie dafür wissen müssen, schreibe ich hier auf.
 
Bitte beachten Sie meine Rechtlichen Hinweise für die Nutzung dieser Webseite inklusive Haftungsregelungen. Ich fasse lediglich Allgemeinwissen zusammen und biete keine Rechtsberatung. Alle Angaben sind ohne Gewähr.
Haushaltsauflösung in der Erbengemeinschaft

 
 
 
 
Haushaltsauflösung in der Erbengemeinschaft
Sie wollen die Erbengemeinschaft sofort verlassen? Dann verkaufen Sie Ihren Erbteil!
  • Ihren Erbanteil können Sie jederzeit und völlig unangekündigt verkaufen; Sie müssen keine Erlaubnis der Miterben einholen
  • Sie verlassen mit dem Verkauf unmittelbar die Erbengemeinschaft und bekommen den Verkaufserlös direkt auf Ihr Konto
  • Schnelle Hilfe: Wenige Unterlagen genügen und Sie erhalten innerhalb von 48 Stunden eine Rückmeldung - unter Umständen sogar mit direktem Verkaufsangebot für Ihren Erbteil
  • Kostenfrei und 100% unverbindlich


 
Ja, ich will mehr erfahren!*

Sie sind Erbe. Da es noch andere Erben gibt, bilden Sie zusammen mit anderen Erben eine Erbengemeinschaft. Oft besteht Ihre Aufgabe mithin darin, den Haushalt der verstorbenen Person aufzulösen. Was auf den ersten Blick vielleicht einfach erscheint, erweist sich in der Praxis oft als eine Angelegenheit mit vielerlei Schwierigkeiten.

Haushaltsauflösung in der Erbengemeinschaft

Wer ist für die Haushaltsauflösung verantwortlich?

In einer Erbengemeinschaft ist jeder für alles verantwortlich. Grund ist, dass nur alle Miterben gemeinsam handeln können. Jeder Miterbe ist gleichberechtigter Erbe. Dieses „gleiche“ Recht eines Miterben wird aber durch das „gleiche“ Recht der anderen Miterben eingeschränkt. Praktisch bedeutet dies, dass Sie alleine nichts machen können. Sie haben nicht das Recht, den Haushalt des Erblassers nach eigenem Ermessen aufzulösen. Sie müssen sich mit den anderen Miterben absprechen. Nur dann, wenn alle Miterben mit der Haushaltsauflösung und der Art und Weise, wie der Haushalt aufgelöst wird, einverstanden sind, können Sie zur Tat schreiten. Soweit die Theorie.

Wer hilft mir bei der Haushaltsauflösung?

Möchten Sie sich den Aufwand ersparen, sollten Sie einen professionellen Dienstleister mit der Haushaltsauflösung beauftragen. Ein anschauliches Beispiel bietet die Firma Rümpel-Engel*. Der Dienstleister übernimmt die Haushaltsauflösung in Recklinghausen* und Umgebung. Wichtig ist, dass die Haushaltsauflösung und die Entsorgung des Hausrats diskret und sorgfältig erfolgt. So sollten persönliche Unterlagen zuverlässig vernichtet werden und nicht über die Altpapiersammlung im Hausmüll in die Hände Dritter geraten. In einem ersten Schritt können Sie die Haushaltsauflösung in einem Vor-Ort-Besichtigungstermin besprechen und sich ein unverbindliches Angebot unterbreiten lassen.

Müssen wir den Haushalt auflösen?

Als Erbe, natürlich auch als Miterbe in der Erbengemeinschaft, sind Sie gehalten, den Haushalt des Erblassers aufzulösen. Sie sind der Rechtsnachfolger des Erblassers und übernehmen alle seine Rechte und Pflichten. Sie erben mit dem Nachlass nicht nur die Vermögenswerte. Sie übernehmen auch die Verantwortung für den Haushalt des Erblassers.

Möchte keiner der Miterben in die Wohnung einziehen und den Hausrat des Erblassers übernehmen, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als den Haushalt aufzulösen. Schließlich sollte es in Ihrem Interesse liegen, die Wohnung, soweit diese vermietet ist, zu kündigen und das Mietverhältnis zu beenden. Der Vermieter wird dann verständlicherweise darauf bestehen, dass die Wohnung leergeräumt und leer übergeben wird. Oder stand die Wohnung im Eigentum des Erblassers, sind Sie mit der Erbengemeinschaft nunmehr neue Eigentümer. Ihr Interesse sollte darin bestehen, die Wohnung entweder einem der Miterben zum alleinigen Eigentum zu übertragen oder die Wohnung zu verkaufen. Auch der Verkauf wird zu angemessenen Konditionen nur möglich sein, wenn die Wohnung leergeräumt ist. Interessenten lassen sich durchaus abschrecken, wenn sie die Wohnung eines Verstorbenen besichtigen und vor Augen haben, wer darin wie gelebt hat. Nur eine leergeräumte Wohnung erlaubt einen objektiven Blick.

Wie führe ich die Haushaltsauflösung praktisch durch?

Eine Haushaltsauflösung kann, je nachdem wie umfangreich sich der Haushalt darstellt, eine aufwändige Angelegenheit sein. Gerade Erben machen die Erfahrung, dass sich im Haushalt einer verstorbenen Person über die Jahrzehnte hinweg eine Unmenge an Hausrat angesammelt hat, für die die Erben oft keine Verwendung haben.

Im ersten Schritt sollten Sie in Absprache mit den Miterben eine Inventur machen, um festzustellen, ob ein Miterbe irgendein persönliches Interesse daran hat, einen Gegenstand zu übernehmen oder ob es Gegenstände gibt, die sich irgendwie verkaufen und so zu Geld machen lassen.

Praxistipp: Im Idealfall übertragen die Miterben nach der Bestandsaufnahme einem Miterben die Verantwortung für die Haushaltsauflösung. Nach dem Motto „viele Köche verderben den Brei“ kann es effektiver sein, wenn sich ein Miterbe um alles kümmert und die anderen Miterben vielleicht froh sind, sich der Aufgabe entledigt zu haben. Dies tritt vor allem dann zu, wenn der Miterbe vor Ort lebt und die anderen Miterben aus organisatorischen Gründen kaum Möglichkeiten haben, sich um die Haushaltsauflösung zu kümmern.

Schaffen Sie die Haushaltsauflösung in eigener Verantwortung?

Sie werden schnell feststellen, dass es einen ungeheuren zeitlichen und organisatorischen Aufwand darstellt, eine Wohnung leer zu räumen. Sie können schließlich nicht alles einfach vor die Tür stellen. Auch die Sperrmüllabfuhr der Gemeinde nimmt nur bestimmte Haushaltsgegenstände mit. Es obliegt Ihrer Verantwortung, nicht sperrmüllfähige Gegenstände ordnungsgemäß zu entsorgen. Hausrat setzt sich oft aus einer Vielzahl von kleinen Gegenständen zusammen, die zusammengetragen und entsorgt oder in ihre Einzelteile zerlegt werden müssen. Noch schwieriger wird es, wenn Keller und Speicher oder Grundstücksflächen leer geräumt werden müssen.

Beispiel: Der Erblasser hinterlässt eine umfangreiche Werkstattausrüstung. Das Werkzeug dürfte nicht immer noch verwendungsfähig sein und den Zenit seiner technischen Verwendbarkeit überschritten haben. Materialien gehören meist die Altmetallsammlung oder müssen aufwendig im Wertstoffhof entsorgt werden.
Beispiel: In der Wohnung befindet sich eine Einbauküche. Um die Wohnung leer zu räumen, müssten Sie die Küche ausbauen. Der Aufwand hierfür ist oft kaum einzuschätzen. Zudem müssen Sie die elektrischen Geräte entsorgen, für das Geschirr eine Verwendung finden und vielleicht auch Essensvorräte verwerten.
Haushaltsauflösung in der Erbengemeinschaft

 
 
 
 
Haushaltsauflösung in der Erbengemeinschaft
Sie wollen die Erbengemeinschaft sofort verlassen? Dann verkaufen Sie Ihren Erbteil!
  • Ihren Erbanteil können Sie jederzeit und völlig unangekündigt verkaufen; Sie müssen keine Erlaubnis der Miterben einholen
  • Sie verlassen mit dem Verkauf unmittelbar die Erbengemeinschaft und bekommen den Verkaufserlös direkt auf Ihr Konto
  • Schnelle Hilfe: Wenige Unterlagen genügen und Sie erhalten innerhalb von 48 Stunden eine Rückmeldung - unter Umständen sogar mit direktem Verkaufsangebot für Ihren Erbteil
  • Kostenfrei und 100% unverbindlich


 
Ja, ich will mehr erfahren!*

Schaffen Sie die Haushaltsauflösung körperlich und seelisch?

Trauern Sie um den Verlust eines Angehörigen, kann es eine enorme seelische Belastung sein, den Haushalt des Verstorbenen auflösen zu müssen. Gerade dann, wenn damit viele Erinnerungen verbunden sind, stoßen Erben schnell an ihre Grenzen. Auch die körperliche Belastung sollten Sie nicht unterschätzen. Müssen Sie Möbelstücke aus der Wohnung tragen oder schwere Bücherkisten schleppen, setzen Sie sich einer über die Tage zunehmenden körperlichen Belastung aus. Nicht jeder ist dieser Aufgabe gewachsen und bereut den vorschnellen Entschluss, den Haushalt in eigener Verantwortung auflösen zu wollen.

Wie kann ich widerspenstige Miterben einbeziehen?

Da Sie in einer Erbengemeinschaft nur gemeinsam entscheiden können, sind Sie auf das Wohlwollen Ihrer Miterben angewiesen. Oft weigern sich Miterben aus emotionalen Gründen, bestimmte Haushaltsgegenstände zu entsorgen oder Fremde die Haushaltsauflösung durchführen zu lassen. Wenn Sie die vorstehenden Ausführungen in die Überzeugungsbildung einfließen lassen, sollte es Ihnen dennoch gelingen, Einvernehmen zu erzielen. Letztlich kommt es darauf an, das besondere Interessen eines Miterben einzubeziehen und ihm eine Lösung anzubieten. Im Ergebnis ist jeder Miterbe in der Pflicht und muss daran interessiert sein, die Haushaltsauflösung zu bewerkstelligen.

Wer bezahlt die Haushaltsauflösung?

Der Kostenaufwand für die Haushaltsauflösung geht zulasten des Nachlasses. Ist der Nachlass nicht liquide, muss sich jeder Miterbe anteilig entsprechend seiner Erbquote am Kostenaufwand beteiligen. Ob und inwieweit dabei wegen der Überlassung bestimmter Wertgegenstände aus dem Nachlass an einen Miterben eine Verrechnung erfolgen kann, ist Vereinbarungssache in der Erbengemeinschaft.

4 Kommentare

  1. Avatar
    Mohammad Al Faroukh 7. April 2019 um 18:38 Uhr - Antworten

    Wir haben nun schon häufiger mit zerstrittenen Erbengemeinschaften zu tun gehabt, die sich in der Abwicklung einer Entrümpelung überhaupt nicht einigen konnten. Bestenfalls versteht eine Erbengemeinschaft, dass es in dieser Angelegenheit Sinn macht, an einem Strang zu ziehen und verständigt sich auf einen Erben, der die Entrümpelung im Namen der Erbengemeinschaft abwickelt. Man muss ja nicht automatisch wieder beste Freunde werden, aber der Mehrwert, den zum Beispiel der Erlös einer sauber leergeräumten Liegenschaft bietet, rechtfertigt durchaus ein temporäres “Friedensabkommen”.

  2. Avatar
    Detlef 16. Mai 2019 um 15:37 Uhr - Antworten

    Das ist wirklich ein interessanter Artikel, bei mir hat das mit der Entrümpelung zum Glück super geklappt,
    aber alleine hätte ich das nicht geschafft!
    Daher bin ich froh das ich da gute Hilfe hatte, hier ist eine persönliche Empfehlung von mir. [link entfernt]

    Beste Grüße

  3. Avatar
    Michael 15. Januar 2020 um 0:34 Uhr - Antworten

    Unsere Erfahrungen mit Erbengemeinschaften waren bisher immer positiv. Lag aber auch daran, dass diese weitestgehend an einem Strang gezogen haben oder es auch nur einen Ansprechpartner gab, der weitestgehend eigenmächtig handeln durfte.

  4. Avatar
    Lea 3. Juni 2020 um 16:34 Uhr - Antworten

    Eine weitere wichtige Überlegung für Vererbende: Die Eltern eines Freundes, beide jenseits der 70, fangen mittlerweile an, ihre komplette Habe an jüngere Menschen abzugeben, bei denen davon auszugehen ist, dass die abgegebenen Gegenstände noch einmal einen neuen Lebenszyklus eingehen werden. Diese Einsicht in die eigene Vergänglichkeit und die damit verbundene Erkenntnis, dass Besitz am Ende eines langen Weges wenig bis nichts zählt, finde ich extrem mutig und edel.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Mit Absenden des Formulars erklären Sie sich mit der Verarbeitung Ihrer Daten zu Zwecken der Bearbeitung und Veröffentlichung Ihres Kommentares einverstanden. Hinweise zur Verarbeitung Ihrer Daten, Ihrem Widerrufsrecht und Datenschutz erhalten Sie in meiner Datenschutzerklärung.

Mit Absenden des Kommentarformulars erklären Sie sich mit der Verarbeitung Ihrer Daten zum Zwecke der Veröffentlichung Ihres Kommentars einverstanden. Hinweise zur Verarbeitung Ihrer Daten, Ihrem Widerrufsrecht und Datenschutz erhalten Sie in meiner Datenschutzerklärung.

Der Newsletter zur Erbengemeinschaft
  • Nichts mehr verpassen: meine exklusiven Insider-Tipps, neueste Entwicklungen und aktuelle Gerichtsurteile
  • Gratis-eBook „Die Erbengemeinschaft – In 9 Schritten zur Auseinandersetzung“: mein Leitfaden, wie Sie Ihren Weg aus der Erbengemeinschaft finden - exklusive und kostenfreie Zugabe für Newsletter-Abonnenten
  • Checkliste Todesfall: Die wichtigsten Aufgaben für Angehörige in den ersten Tagen und Wochen nach dem Todesfall - ebenfalls kostenlos und nur für Newsletter-Abonnenten

 
Durch Klick auf „Jetzt anmelden“ stimmen Sie dem Erhalt einer einmaligen, unverbindlichen E-Mail zu. In dieser erläutere ich Ihnen konkret wie ich Sie künftig kontaktiere.

  • Aktuelle Rechtsprechung zur Erbengemeinschaft
    Rechtsprechung und Urteile zur Erbengemeinschaft Das Erbrecht im Allgemeinen und die Erbengemeinschaft im Besonderen sind laufend von der aktuellen Entwicklung der Rechtsprechung betroffen: Pflichten der Miterben, Rechte im Rahmen der Verwaltung des gemeinsamen Nachlasses, Möglichkeiten zur Auseinandersetzung und zum Erbteilsverkauf... Zu all diesen Themen lesen Sie hier regelmäßig ein Update [... mehr lesen]
  • Erbengemeinschaft auflösen
    Die Die Erbengemeinschaft stellt eine Zwangsgemeinschaft dar, die explizit auf Auflösung gerichtet ist. Hierfür gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: 1) Die Miterben schließen eine Auseinandersetzungsvereinbarung in der die Verteilung des Nachlasses geregelt wird; 2) Alle Erbanteile werden auf einen der Miterben oder einen Dritten vereinigt, in der Regel durch einen Verkauf der [... mehr lesen]
  • Infografiken zur Erbengemeinschaft
    Rechtliche Aspekte sind kompliziert, Erbrecht ganz besonders. Über meine Infografiken haben Sie die Möglichkeit sich dem Thema Erbrecht und Erbengemeinschaft einfach zu nähern. Was ist eine Erbengemeinschaft? Wie komme ich da rein, wie komme ich da raus? Was kann ich mit meinem Erbteil machen? All diese Fragen beantworte ich [... mehr lesen]
  • Praxistips für Erben
    Mit dem Tod des Erblassers kommt auf den Alleinerben oder die Erbengemeinschaft eine ganz neue Aufgabe zu. Neben den ersten Schritten, wie beispielsweise der Organisation der Bestattung und der Benachrichtigung diverser Ämter, Firmen und Personen, kommen schnell Fragen rund um die Sicherung und Verwaltung des Nachlasses auf. Welche Handlungen muss der Erbe vornehmen? Welche darf er überhaupt [... mehr lesen]
Ein Stern* neben einem Link oder an der Abschnittsüberschrift bedeutet, dass ich vom verlinkten Anbieter möglicherweise eine Vergütung erhalte (Werbung): manchmal, sobald Sie den Link klicken; oft nur dann, wenn Sie einen Vertrag abschließen; und selten pauschal für die Verlinkung selbst. So finanziere ich diese Webseite. Auf den Preis, den Sie zahlen, wirkt sich das nicht aus.