Erbrecht

Erbrecht: Einführung für Erbengemeinschaften

Wer diese Welt verlässt, nimmt nichts mit. In schätzungsweise 20 Prozent der Fälle hinterlässt der Verstorbene ein Testament und regelt die Erbfolge nach seinen Wünschen. Gibt es kein Testament, bestimmt die gesetzliche Erbfolge, wer erbt. In Folge dessen entstehen häufig Erbengemeinschaften. Wenn Sie glauben, mit dem Tod sei alles vorbei, werden Sie staunen, welch eine Vielzahl von Aspekten mit dem Ableben eines Menschen verbunden sind. Diese Erkenntnis ist nicht das Ergebnis juristischer Gedankengänge, sondern keimt aus der Wirklichkeit, die Leben und Tod bereithalten.

Mit dieser Website greife ich ein alltägliches Problem von Erben auf. Möchten Sie schnellstmöglich über Liquidität verfügen oder sich emotionaler oder zeitaufwendiger Auseinandersetzungen in einer Erbengemeinschaft entledigen, biete ich Ihnen mit der Möglichkeit des Verkaufs Ihres Erbteils oder Ihrer Erbschaft eine komfortable Lösung.

ErbrechtMein Name ist Dr. Stephan Seitz, ich bin Jurist und war vor wenigen Jahren selbst Teil einer Erbengemeinschaft. Dabei wurde mir klar: die Miterben wollen keinen Streit, sondern eine Lösung. Alles was Sie dafür wissen müssen, schreibe ich hier auf.
 
Bitte beachten Sie meine Rechtlichen Hinweise für die Nutzung dieser Webseite inklusive Haftungsregelungen. Ich fasse lediglich Allgemeinwissen zusammen und biete keine Rechtsberatung. Alle Angaben sind ohne Gewähr.
Erbrecht

 
 
 
 
Erbrecht
Sie wollen die Erbengemeinschaft sofort verlassen? Dann verkaufen Sie Ihren Erbteil!
  • Ihren Erbanteil können Sie jederzeit und völlig unangekündigt verkaufen; Sie müssen keine Erlaubnis der Miterben einholen
  • Sie verlassen mit dem Verkauf unmittelbar die Erbengemeinschaft und bekommen den Verkaufserlös direkt auf Ihr Konto
  • Schnelle Hilfe: Wenige Unterlagen genügen und Sie erhalten innerhalb von 48 Stunden eine Rückmeldung - unter Umständen sogar mit direktem Verkaufsangebot für Ihren Erbteil
  • Kostenfrei und 100% unverbindlich


 
Ja, ich will mehr erfahren!*

Grundlagen im Erbrecht

Grundprinzipien des Erbrechts

Testierfreiheit: Jeder Mensch hat das Recht, durch eine Verfügung von Todes wegen zu bestimmen, was nach seinem Ableben mit seinem Nachlass geschieht und nach seiner Vorstellung einen Erben einzusetzen.

Gesamtrechtsnachfolge: Wer erbt, übernimmt den Nachlass als Ganzes. Der Erbe kann sich nicht einzelne Vermögenswerte heraussuchen und andere zurückweisen. Es heißt also: Alles oder nichts. Eine Ausnahme besteht bei der Einzelrechtsnachfolge in einen landwirtschaftlichen Betrieb.

Vonselbsterwerb: Erbe wird, wer als gesetzlicher Erbe oder durch Verfügung von Todes wegen zum Erben berufen ist. Auf seinen Willen oder sein Wissen, Erbe zu werden, kommt es nicht an. Wer nicht Erbe werden will, muss die Erbschaft ausschlagen.

Parentelsystem: Je nach Abstammung vom Erblasser werden die Verwandten in Ordnungen eingeteilt. Solange ein Verwandter einer vorhergehenden Ordnung lebt, sind die Verwandten nachfolgender Ordnungen von der Erbschaft ausgeschlossen (§§ 1924 ff BGB).

Repräsentationsprinzip: Innerhalb der 1. Ordnung (Kinder, Enkelkinder) werden die Erben und die Erbquoten nach Stämmen ermittelt. Stämme werden durch die Kinder einer Person gebildet. Jedes Kind bildet einen Stamm. Dabei repräsentiert der lebende Erbe innerhalb einer Ordnung den Stamm der Familie und erbt vorrangig vor seinen eigenen Abkömmlingen. Die Abkömmlinge (Enkel) erben erst, wenn ihr Elternteil verstorben ist (Eintrittsrecht).

Prinzip der Linien: Gibt es nur Erben 2. oder 3. Ordnung, gilt das Prinzip der Linien. Linie ist die vom Erblasser aus gesehene Abstammung von den Eltern und Großeltern. Die Verwandten des Vaters gehören zur väterlichen, die der Mutter zu mütterliche Linie. Leben beide Elternteile des Erblassers, erben sie zu jeweils zur Hälfte. Ist ein Elternteil verstorben, so erben dessen Abkömmlinge den auf diese Linie entfallenden Erbteil nach Stämmen. Gibt es keine Abkömmlinge, erbt der überlebende Elternteil allein.

Wie wird man Erbe

Gesetzliche Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge ergibt sich daraus, dass §§ 1922 ff BGB die Verwandten des Erblassers in verschiedene Ordnungen einordnet. In der 1. Ordnung finden sich die Abkömmlinge (Kinder, Enkel), in der 2. Ordnung die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge (also die Geschwister, Neffen und Nichten), in der 3. Ordnung die Großeltern und deren Abkömmlinge (also Onkel, Tanten, Cousins, Cousinen). Weitere Ordnungen spielen in der Praxis nur eine geringe Rolle. Auch der Ehepartner und eingetragene Lebenspartner ist gesetzlich erbberechtigt. Nicht verheiratete und nicht eingetragene Lebenspartner haben kein gesetzliches Erbrecht und müssen, wenn es der Erblasser wünscht, durch eine letztwillige Verfügung bedacht werden. Uneheliche und adoptierte Kinder sind leiblichen Kindern des Erblassers gleichgestellt.

Die Einordnung der Erben in einer Ordnung bestimmt die Rangfolge. Lebende Erben einer Ordnung (z.B. Kinder) schließen Erben nachfolgender Ordnungen (z.B. Elternteile des Erblassers) von der Erbfolge aus. Gleiches gilt für Erben innerhalb einer Ordnung. Lebt ein Kind des Erblassers, kommt dessen Kindeskind und damit das Enkelkind des Erblassers erst zum Zuge, wenn das Kind des Erblassers verstorben ist. (Repräsentationsprinzip). Gleichberechtigte Erben einer Ordnung erben zu gleichen Teilen.

PRAXISTIPP: Die Bestimmung der gesetzlichen Erbfolge gestaltet sich einfacher, wenn Sie einen Stammbaum zeichnen und darin alle in Betracht kommenden Verwandten vermerken und so die Ordnungen nachvollziehen. Beachten Sie, dass Sie dabei den Ehe- oder eingetragenen Lebenspartner berücksichtigen müssen (§ 1931 BGB). Gerade wenn es um den Verkauf des Erbrechts geht, sollten Sie wissen, wer alles als Erbe in Betracht kommt. Ein Anwalt für Erbrecht München kann Ihnen genau aufzeigen, wo Sie ansetzen müssen. Sie finden diesen z.B. über die Rechtsanwaltskammer München.

Letztwillige Verfügungen von Todes wegen ändern die gesetzliche Erbfolge

Der Erblasser kann durch eine letztwillige Verfügung von Todes wegen die gesetzliche Erbfolge abändern. Dafür stehen ihm das Testament und der Erbvertrag zur Verfügung. Im Testament bestimmt der Erblasser allein, wer ihn beerbt. Beim Erbvertrag bestimmt der Erblasser durch vertragliche Vereinbarung den Erben. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner können im Rahmen eines gemeinschaftlichen Testaments (auch Berliner Testament genannt) sich gegenseitig erbrechtlich bedenken. Probleme ergeben sich oft, wenn Testamente nicht unmissverständlich formuliert sind oder von einem dadurch „enterbten“ gesetzlichen Erben angefochten werden.

Erbrechner: gesetzlichen Erbteil berechnen

Erbrechner - Erbteil - gesetzliche Erbfolge

Wichtiger Ausfüllhinweis: bitte tragen Sie stets die Situation ein, wie sie sich zum Todeszeitpunkt des Erblassers dargestellt hat. Spätere Änderungen haben keinen Einfluss auf diesen Erbfall und müssen gesondert bewertet werden.
Es ist unerheblich ob Kinder/Enkel usw. ehelich, nicht-ehelich oder adoptiert sind. Sie stehen erbrechtlich alle gleich.
Der klassischen Ehe gleichgestellt ist die eingetragene Lebenspartnerschaft, bitte wählen Sie analog.
Der Erbrechner berücksichtigt bei der Zugewinngemeinschaft nur die sog. erbrechtliche Lösung, bei der der Zugewinn pauschal durch einen 25%igen Aufschlag auf den Erbteil des Ehegatten ausgeglichen wird. Die sog. güterrechtlichen Lösung wird nicht abgebildet.
Der klassischen Ehe gleichgestellt ist die eingetragene Lebenspartnerschaft, bitte wählen Sie analog.
Ist ein Kind des Erblassers verstorben, so zählen Sie bitte dieses Kind trotzdem, WENN noch mindestens 1 Enkel oder Großenkel des Erblassers aus dieser Linie (also von diesem Kind des Erblassers abstammend) lebt. Bitte summieren Sie die Enkel und Großenkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist ein Kind des Erblassers bereits verstorben, so zählen Sie bitte dieses Kind trotzdem, WENN noch mindestens 1 Enkel oder Großenkel des Erblassers aus dieser Linie (also von diesem Kind des Erblassers abstammend) lebt. Bitte summieren Sie die Enkel und Großenkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist ein Kind des Erblassers bereits verstorben, so zählen Sie bitte dieses Kind trotzdem, WENN noch mindestens 1 Enkel oder Großenkel des Erblassers aus dieser Linie (also von diesem Kind des Erblassers abstammend) lebt. Bitte summieren Sie die Enkel und Großenkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird. Bitte lassen Sie ihre Mutter/Vater, der Abkömmling des Erblassers ist, außen vor.
Ist ein Kind Ihrer Mutter/Ihres Vaters bereits verstorben, so zählen Sie bitte dieses Kind trotzdem, WENN noch mindestens 1 Abkömmling aus dieser Linie lebt. Bitte summieren Sie diese Abkömmlinge NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist eines ihrer Geschwister bereits verstorben, so zählen Sie bitte diesen Bruder/Schwester trotzdem, WENN noch mindestens 1 Kind oder Enkel des Geschwisters lebt. Bitte summieren Sie die Kinder und Enkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist eines der Geschwister bereits verstorben, so zählen Sie bitte diesen Bruder/Schwester trotzdem, WENN noch mindestens 1 Kind oder Enkel des Geschwisters lebt. Bitte summieren Sie die Kinder und Enkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist eines der Geschwister bereits verstorben, so zählen Sie bitte diesen Bruder/Schwester trotzdem, WENN noch mindestens 1 Kind oder Enkel des Geschwisters lebt. Bitte summieren Sie die Kinder und Enkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.

Die Berechnung ist teilweise vereinfacht, sie soll Ihnen als Orientierung dienen. Alle Angaben sind ohne Gewähr, bitte lassen Sie sich (anwaltlich) beraten. Die Datenschutzbestimmungen für meine Schnellrechner lesen Sie unter Datenschutz.

Sie sind Rechtsanwalt? Dieser Schnellrechner kann kostenlos und neutral auf Ihrer Webseite eingebunden werden. Mehr unter Kanzleimarketing.

Wann ist deutsches Erbrecht anwendbar?

EU-Bürger arbeiten und leben zunehmend im europäischen Ausland. Rentner verbringen angesichts der oft geringeren Lebenshaltungskosten ihren Lebensabend auf Mallorca. Viele dieser Bürger besitzen an ihrem neuen Wohnort, aber auch noch am früheren Wohnort in Deutschland, Vermögen. Gleiches gilt für den EU-Ausländer, der beispielsweise von Paris nach Berlin umgezogen ist. Im Todesfall müssen sich die Erben damit auseinandersetzen, nach welchem Recht sie erben und wie sie ihr Erbrecht realisieren. Ob ein in Deutschland errichtetes Testament dann wirksam ist, richtet sich nach dem Recht des Staates, in dem der Erblasser seinen letzten Aufenthalt hatte. Daraus kann sich das Problem ergeben, dass die Erbfolge nicht mehr den Wünschen des Erblassers entspricht und plötzlich eine Person erbt, die gerade nicht hätte erben sollen oder eine Erbquote erhält, die sie nicht hätte erhalten sollen.

Bestimmungen im Testament

Vermächtnis

Das Vermächtnis ist eine Bestimmung in einer letztwilligen Verfügung, um einer anderen Person, die nicht Erbe wird, einen bestimmten Vermögenswert zu vermachen. Der so bedachte Vermächtnisnehmer hat gegen den Erben einen Anspruch, dass ihm der zugewandte Gegenstand übertragen wird. Vermacht werden kann alles, was einen Vermögenswert hat oder einen persönlichen Wert besitzt. Der Vermächtnisnehmer selbst wird nicht Erbe. Beispiel: …“ Nach meinem Ableben soll mein Freund Hans meine Briefmarkensammlung erhalten“. …

Auflage im Erbrecht

Mit der Auflage kann der Erblasser in einer letztwilligen Verfügung über seinen Tod hinaus den Erben verpflichten, etwas Bestimmtes zu tun oder zu unterlassen.  Beispiel: …“ Mein Erbe Hans ist verpflichtet, meine Grabstelle zehn Jahre lang mit weißen Nelken zu bepflanzen“. … Sittenwidrige Anweisungen sind jedoch ausgeschlossen. So könnte der Erbe nicht verpflichtet werden, eine bestimmte Person zu ehelichen.

Testamentsvollstrecker

Testamente stehen auf dem Papier. Will der Erblasser sicherstellen, dass sein letzter Wille wirklich vollzogen wird, kann er die Testamentsvollstreckung anordnen und einen Testamentsvollstrecker einsetzen. Testamentsvollstrecker kann jede Person sein, der der Erblasser vertraut und die Aufgabe zutraut. Er kann die Auswahl auch dem Nachlassgericht überlassen. Für die Testamentsvollstreckung erhält der Testamentsvollstrecker eine vereinbarte oder übliche Gebühr in Höhe von z.B. zwei Prozent des Nachlasswertes.

Vorausvermächtnis

Der Erblasser kann per letztwilliger Verfügung von Todes wegen anordnen, dass einem oder mehreren Erben ohne Anrechnung auf den Erbteil zusätzlich und vorab aus dem Nachlass ein bestimmter Vermögenswert zukommen soll. Auf diesem Weg kann ein bestimmter Erbe gegenüber anderen Erben bevorzugt werden. Dieser Erbe erhält das Vorausvermächtnis auch dann, wenn er die Erbschaft ausschlägt.

Teilungsanordnung

Gibt es mehrere Erben, kann der Erblasser mit einer Teilungsanordnung bestimmen, wer was vom Nachlass bekommt. Die Teilungsanordnung verschiebt zunächst nicht die wertmäßige Beteiligung der Erben am Nachlass. Sie ist zweckmäßig, wenn der Erblasser konkrete Vorstellungen darüber hat, wie die Erben den Nachlass unter sich aufteilen sollen. Beispiel: …“ Mein Sohn Hans erhält mein Mietshaus in München, meine Tochter Erna mein Wertpapierdepot.“ … Soweit allen Erben die gleiche Erbquote zusteht, muss ein Wertausgleich erfolgen. Will der Erblasser nicht, dass solche Ausgleichsansprüche unter den Erben entstehen, muss er dies entsprechend anordnen.

 

Erbrecht

 

Vor- und Nacherbschaft, Ersatzerbschaft

Der Erblasser kann die Vor- und Nacherbschaft anordnen, wenn er den Verbleib seines Vermögens über mehrere Generationen oder verschiedene Erben nacheinander steuern möchte. Dann wird der Vorerbe zunächst Erbe des Erblassers. Er ist aber nur Erbe auf Zeit. Der Erblasser kann bestimmen, wann der Nacherbfall eintritt und diesen zeitlich festlegen (z.B. Volljährigkeit des Nacherben) oder von einem bestimmten Ereignis abhängig machen (z.B. vom Tod des Vorerben). Nacherbe kann auch das noch nicht gezeugte, aber erhoffte Enkelkind sein. Nacherben sind im Zweifel auch Ersatzerben und treten an die Stelle des Vorerben, wenn der Vorerbe vor oder nach Eintritt des Erbfalls entfällt, weil er vor dem Erblasser verstirbt oder die Erbschaft ausschlägt. Der Vorerbe kann ein befreiter Vorerbe sein, der über den Nachlass frei verfügen kann. Ist der Vorerbe ein nicht befreiter Vorerbe, ist er in seiner Verfügungsmacht über den Nachlass beschränkt und muss die Erbschaft möglichst ungeschmälert in ihrem Bestand für den Nacherben erhalten. Er kann vorwiegend nur die Nutzungen aus dem Nachlass ziehen.

Registrierung von Testamenten

Findet sich in den Unterlagen des Erblassers kein Testament, kann es sein, dass der Erblasser dennoch ein Testament errichtet und dieses dem Nachlassgericht zur amtlichen Verwahrung übergeben hat. Er kann auch ein notarielles Testament errichtet haben, das gleichfalls beim Nachlassgericht hinterlegt wird. In jedem Fall informiert das Nachlassgericht das Zentrale Testamentsregister der Bundesnotarkammer in Berlin. Das Testamentsregister erfährt über die Standesämter vom Ableben einer Person und informiert das zuständige Nachlassgericht. Das Nachlassgericht wird dann das hinterlegte Testament eröffnen und somit sicherstellen, dass der bedachte Erbe zu seinem Recht kommt.

Eintritt des Erbfalls

Der Pflichtteilsanspruch

Der Erblasser kann per letztwilliger Verfügung frei bestimmen, wer ihn beerben soll. Soweit dadurch ein gesetzlicher Erbe von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen wird, gewährleistet das Gesetz mit dem Pflichtteilsrecht, dass der gesetzliche Erbe eine Mindestbeteiligung am Nachlass erhält. Pflichtteilsberechtigt sind nur die Abkömmlinge des Erblassers (Kinder, Enkel), seine Elternteile und sein überlebender Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner. Nicht pflichtteilsberechtigt sind hingegen Geschwister, Onkel Tanten, Neffen und Nichten sowie der nicht eheliche und nicht eingetragene Lebenspartner. Der Pflichtteilsanspruch beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils und ist grundsätzlich in Bargeld abzugelten.

Pflichtteilsentzug, Erbunwürdigkeit

Als gesetzlich garantiertes Mindesterbrecht kann der Pflichtteilsanspruch nur unter den Voraussetzungen des § 2333 BGB entzogen werden. Voraussetzung ist, dass der Pflichtteilsberechtigte dem Erblasser, seinem Ehe- oder eingetragenen Lebenspartner, einem seiner Abkömmlinge oder einer ähnlich nahestehenden Person nach dem Leben trachtete oder gegen eine dieser Personen ein Verbrechen oder vorsätzliches schweres Vergehen begangen hat. Auch die böswillige Verletzung der Unterhaltspflicht oder die Verurteilung wegen einer Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung rechtfertigen den Pflichtteilsentzug. Die Entziehung des Pflichtteils muss der Erblasser in einem Testament oder Erbvertrag ausdrücklich angeordnet haben. Ist dies nicht der Fall, kann sich der Erbe immer noch als erbunwürdig erweisen. § 2339 BGB nennt als solche Ausnahmefälle den Fall, dass der Erbe dem Erblasser nach dem Leben trachtete, ihn daran hinderte, ein Testament zu errichten oder aufzuheben oder ihn durch arglistige Täuschung oder Drohung bestimmt hat, ein solches zu errichten oder aufzuheben. Ein solcher Ausnahmefall liegt auch vor, wenn der Erbe ein Testament unterschlagen, verfälscht oder vernichtet hat.

Erbrecht des Ehegatten

Ehegatten erben neben Verwandten 1. Ordnung (Kinder, Enkel) ¼, neben Erben 2. Ordnung oder den Großeltern ½. Er erbt allein, wenn weder Erben der 1. und 2. Ordnung noch Großeltern leben (§ 1931 BGB). Lebte der Erblasser mit dem Ehegatten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, erhöht sich der gesetzliche Erbteil des überlebenden Ehegatten um ein Viertel. Er erbt neben Verwandten 1. Ordnung insgesamt die Hälfte des Nachlasses, neben Erben der 2. Ordnung und den Großeltern ¾. Der Zugewinnausgleich wird pauschaliert (erbrechtliche Lösung). Die Erhöhung erfolgt dann unabhängig von den konkreten Vermögensverhältnissen während der Ehe. Ist der Zugewinn höher, als er der pauschalen Berechnung entspricht, kann der Ehegatte die Erbschaft ausschlagen, den kleinen Pflichtteil verlangen und den Zugewinn konkret berechnen (güterrechtliche Lösung).

Folge der Einsetzung als Erbe

Wer als Erbe zum Zuge kommt, wird Rechtsnachfolger des Erblassers. Er übernimmt den Nachlass insgesamt und tritt in die Rechte und Pflichten des Erblassers ein. Als Rechtsnachfolger übernimmt der Erbe nicht nur die Vermögenswerte, sondern auch eventuell vorhandene Verbindlichkeiten und haftet dafür mit seinem gesamten privaten Vermögen. Will der Erbe seine persönliche Haftung vermeiden, weil der Nachlass beispielsweise überschuldet oder mit unerfüllbaren Auflagen verbunden ist, muss er die Erbschaft ausschlagen. Ebenfalls Folge der Einsetzung als Erbe ist, dass auf den oder die Erben die Pflicht zur Verwaltung des Nachlasses zukommen. Wird z.B. eine vermietete Wohnung in München vererbt, so müssen die Erben weiterhin den Mietvertrag erfüllen und sich um die Wohnung kümmern.

Testamentseröffnung

Hat der Erblasser seine letztwillige Verfügung dem Nachlassgericht in amtliche Verwahrung übergeben oder übergeben die Angehörigen nach seinem Ableben ein aufgefundenes Testament an das Nachlassgericht, wird das Nachlassgericht von sich aus tätig und eröffnet das Testament oder den Erbvertrag. Es fertigt ein Eröffnungsprotokoll und übersendet den Beteiligten, die als Erben in Betracht kommen, eine Abschrift des Protokolls und der eröffneten Schriftstücke. Das Nachlassgericht kann auch einen Eröffnungstermin bestimmen und die gesetzlichen Erben und sonstigen Beteiligen (z.B. Testamentsvollstrecker, Vermächtnisnehmer) laden. Jeder, der ein rechtliches Interesse (z.B. als übergangener gesetzlicher Erbe) glaubhaft macht, kann Einsicht und eine Abschrift der Verfügung verlangen. Sind die Erben unbekannten Aufenthalts oder unbekannt, kann das Nachlassgericht einen Nachlasspfleger bestellen und a