Erbrecht
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Erbschein: das Legitimationspapier für Erben und Miterben

  • Der Erbschein wird vom Nachlassgericht erteilt. Er ist ein amtliches Zeugnis über das Erbrecht des Erben.
  • Der Erbschein hat eine sehr wichtige Wirkung: wer vom Erbscheins-Erben etwas aus dem Nachlass erwirbt, wird Eigentümer. Auch wenn sich herausstellt, dass dieser garnicht Erbe war. Ausnahme: der Erwerber wusste von der Unrichtigkeit
  • Einen Erbschein benötigt man häufig. Grundbuchamt, Banken, Versicherungen… alle wollen die Legitimation sehen


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Was ist ein Erbschein

Der Erbschein wird vom Nachlassgericht erteilt. Er ist ein amtliches Zeugnis über das Erbrecht des Erben. Er enthält bestehende Beschränkungen durch Vor- und Nacherbschaft sowie eine Testamentsvollstreckung. Nicht hingegen gibt er Auskunft über Auflagen, Vermächtnisse und Pflichtteilsansprüche.

Das Nachlassgericht stellt den Erbschein auf Antrag eines Erben, Nachlassverwalters oder Testamentsvollstreckers aus. Hierbei prüft es von Amts wegen, d.h. von sich aus und nicht nur wenn ein Beteiligter das vorbringt, die zu Grunde liegenden Tatsachen und steigt notfalls auch in die Ermittlung ein. Das Nachlassgericht nimmt Beweise auf und hört auch Zeugen. Erst wenn das Nachlassgericht die Erbfolge für erwiesen hält, fasst es einen Beschluss und erteilt den Erbschein. Dieser wird allen Erben übersendet.

Insbesondere prüft das Nachlassgericht ob ein Testament gültig ist, ob der Erblasser testierfähig war und legt den ggf. interpretationsbedürften Wortlaut aus. Zuletzt prüft es auch, ob Anfechtungserklärungen wirksam erhoben wurden.

Wirkungen des Erbscheins

Der Erbschein genießt sog. öffentlichen Glauben. Wer mit Recht auf dessen Inhalt vertraut, wird geschützt, § 2366 BGB. Dies gilt es vor dem Hintergrund zu wissen, dass ein Erbschein jederzeit auch falsch sein kann. Ein späteres Testament kann auftauchen und die erbrechtliche Lage ändern. In diesem Fall muss der Erbschein eingezogen und ein neuer Erbschein erstellt werden.

Konkret bedeutet dieser Schutz, dass derjenige, der auf den Erbschein vertraut und kein besseres Wissen hat, gutgläubig Eigentum erwerben kann. Erwirbt er also Nachlassgegenstände und vertraut er dabei auf die Richtigkeit des Erbscheins, so wird er auch dann Eigentümer, wenn der Verkäufer nicht Erbe wurde. Gleiches gilt wenn ein gutgläubiger Dritter eine Leistung an die vermeintlichen Erben bewirkt: zahlt eine Bank Guthaben an die Erbscheins-Erben aus, so erlischt damit ihre Verpflichtung.

Wichtig aber: die genannten Wirkungen treten nur ein, wenn der Dritte nicht bösgläubig ist. Selbst wenn ein Erbschein besteht, der Dritte aber weiß dass dieser unrichtig ist, so treten genannte Folgen nicht sein.

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Wann braucht man einen Erbschein

Einen Erbschein benötigt man immer dann, wenn man gegenüber einem Dritten eine Erbenstellung nachweisen muss. Erwirbt jemand einen größeren Gegenstand aus dem Nachlassen, beispielsweise ein Grundstück, so wird er auf Vorlage des Erbscheins bestehen. Auch verlangt das Grundbuchamt zur Eintragung der Erbengemeinschaft den Erbschein. Auch Versicherungen und Banken wollen regelmäßig den Erbschein vorgelegt bekommen.

Will man seinen Erbteil verkaufen, so ist die vorherige Beantragung des Erbscheins nachdrücklich anzuraten. Andernfalls wird ein Dritter kaum interessiert sein, den Erbteil zu erwerben.

Wenn der Erbschein falsch ist

Stellt sich heraus, dass der bestehende Erbschein unrichtig ist, so ist er vom Nachlassgericht einzuziehen. Der Erbschein wird insbesondere dann unrichtig, wenn ein späteres Testament gefunden wird. Denn dies ändert die Erbfolge. Für diesen Fall erklärt das Nachlassgericht den Erbschein für kraftlos und erteilt einen neuen Erbschein an die nun ermittelten Erben.

Wichtig zu wissen: wurden Nachlassgegenstände gutgläubig bereits an Dritte übertragen, so bleiben diese Übertragungen trotzdem wirksam.

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