Erbrecht

Pflichtteilsrechner: Ihren Pflichtteil berechnen

Unter dem Pflichtteil ist der Anspruch naher Angehöriger des Erblassers zu verstehen, auch bei völligem Ausschluss von der Teilhabe am Vermögen des Erblassers erbrechtlich beteiligt zu werden, § 2303 BGB. Der Gesetzgeber verfolgt damit den Gedanken, dass der Erblasser auch über den Tod hinaus für bestimmte nahe Angehörige eine Fürsorgepflicht hat. Der Entzug des Pflichtteils ist nur in ganz besonderen Fällen möglich, beispielsweise wenn der Pflichtteilsberechtigte versucht hat den späteren Erblasser zu töten.

Der Pflichtteilsberechtigte wird zwar nicht Erbe, hat aber einen vermögensrechtlichen Ausgleichsanspruch gegenüber dem oder den Erben auf Zahlung des entsprechenden Geldbetrages. Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Pflichtteilsrechner: Ihren Pflichtteil berechnenMein Name ist Dr. Stephan Seitz, ich bin Jurist und war vor wenigen Jahren selbst Teil einer Erbengemeinschaft. Dabei wurde mir klar: die Miterben wollen keinen Streit, sondern eine Lösung. Alles was Sie dafür wissen müssen, schreibe ich hier auf.
 
Bitte beachten Sie meine Rechtlichen Hinweise für die Nutzung dieser Webseite inklusive Haftungsregelungen. Ich fasse lediglich Allgemeinwissen zusammen und biete keine Rechtsberatung. Alle Angaben sind ohne Gewähr.
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Allgemeines zum Pflichtteilsanspruch

Wer ist pflichtteilsberechtigt

Der Kreis der pflichtteilsberechtigten Personen ist vor dem gerade beschriebenen Zweck eng umrissen. Pflichtteilsberechtigt sind nur die nächsten Familienangehörigen des Erblassers. Es gibt drei Gruppen, die hierfür in Betracht kommen:

  • Abkömmlinge des Erblassers, also Kinder, Kindeskinder usw. sowie Adoptivkinder; nichteheliche Kinder sind selbstverständlich auch Abkömmlinge und damit ebenfalls pflichtteilsberechtigt. Nur der „nächste“ Abkömmlinge ist pflichtteilsberechtigt, d.h. hat der Erblasser Kinder, so sind damit Kindeskinder usw. ausgeschlossen
  • Ehegatte bzw. der eingetragene Lebenspartner des Erblassers
  • Eltern des Erblassers, sofern zum Todeszeitpunkt keine Abkömmlinge (mehr) vorhanden sind

Mit diesen drei eng umrissenen Gruppen sind bereits alle pflichtteilsberechtigten Personen beschrieben. Weitere Angehörige können vom Erblasser jederzeit und vollständig enterbt werden.

Wie hoch ist der Pflichtteil

Der Pflichtteil beläuft sich auf die Hälfte des gesetzlichen Erbrechts. Gerichtet ist er allerdings nicht auf entsprechende Beteiligung an der Erbschaft, sondern nur auf einen Anspruch auf entsprechende Ausgleichszahlung, d.h. Geld. Für die Wertberechnung kommt es auf den Todeszeitpunkt an. Spätere Wertsteigerungen oder Wertverluste finden keinen Eingang in die Wertberechnung. Für die Berechnung des Nachlasswertes werden sowohl die Vermögensgegenstände wie auch die Nachlassverbindlichkeiten bewertet. Zusätzlich werden die Bestattungskosten und die Kosten zur Wertermittlung des Nachlasses in Abzug gebracht. Auf den nun ermittelten Wert wird der Pflichtteil mit 50% des gesetzlichen Erbteils berechnet.

Pflichtteilsrechner: Pflichtteil berechnen

Pflichtteilsrechner: Pflichtteil berechnen

Wichtiger Ausfüllhinweis: bitte tragen Sie stets die Situation ein, wie sie sich zum Todeszeitpunkt des Erblassers dargestellt hat. Spätere Änderungen haben keinen Einfluss auf diesen Erbfall und müssen gesondert bewertet werden.
Es ist unerheblich ob Kinder/Enkel usw. ehelich, nicht-ehelich oder adoptiert sind. Sie stehen erbrechtlich alle gleich.
Der klassischen Ehe gleichgestellt ist die eingetragene Lebenspartnerschaft, bitte wählen Sie analog.
Der klassischen Ehe gleichgestellt ist die eingetragene Lebenspartnerschaft, bitte wählen Sie analog.
Der klassischen Ehe gleichgestellt ist die eingetragene Lebenspartnerschaft, bitte wählen Sie analog.
Ist ein Kind des Erblassers verstorben, so zählen Sie bitte dieses Kind trotzdem, WENN noch mindestens 1 Enkel oder Großenkel des Erblassers aus dieser Linie (also von diesem Kind des Erblassers abstammend) lebt. Bitte summieren Sie die Enkel und Großenkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist ein Kind des Erblassers bereits verstorben, so zählen Sie bitte dieses Kind trotzdem, WENN noch mindestens 1 Enkel oder Großenkel des Erblassers aus dieser Linie (also von diesem Kind des Erblassers abstammend) lebt. Bitte summieren Sie die Enkel und Großenkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist ein Kind des Erblassers bereits verstorben, so zählen Sie bitte dieses Kind trotzdem, WENN noch mindestens 1 Enkel oder Großenkel des Erblassers aus dieser Linie (also von diesem Kind des Erblassers abstammend) lebt. Bitte summieren Sie die Enkel und Großenkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird. Bitte lassen Sie ihre Mutter/Vater, der Abkömmling des Erblassers ist, außen vor.
Ist ein Kind Ihrer Mutter/Ihres Vaters bereits verstorben, so zählen Sie bitte dieses Kind trotzdem, WENN noch mindestens 1 Abkömmling aus dieser Linie lebt. Bitte summieren Sie diese Abkömmlinge NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist eines ihrer Geschwister bereits verstorben, so zählen Sie bitte diesen Bruder/Schwester trotzdem, WENN noch mindestens 1 Kind oder Enkel des Geschwisters lebt. Bitte summieren Sie die Kinder und Enkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist eines der Geschwister bereits verstorben, so zählen Sie bitte diesen Bruder/Schwester trotzdem, WENN noch mindestens 1 Kind oder Enkel des Geschwisters lebt. Bitte summieren Sie die Kinder und Enkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist eines der Geschwister bereits verstorben, so zählen Sie bitte diesen Bruder/Schwester trotzdem, WENN noch mindestens 1 Kind oder Enkel des Geschwisters lebt. Bitte summieren Sie die Kinder und Enkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.

Die Berechnung ist teilweise vereinfacht, sie soll Ihnen als Orientierung dienen. Alle Angaben sind ohne Gewähr, bitte lassen Sie sich (anwaltlich) beraten. Die Datenschutzbestimmungen für meine Schnellrechner lesen Sie unter Datenschutz.

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Welchen Inhalt hat der Pflichtteilsanspruch?

Der Pflichtteil begründet keine Teilhabe am Nachlass. Als Pflichtteilsberechtigter haben Sie keinen Anspruch darauf, dass Sie am Nachlass beteiligt werden. Sie können nicht über Nachlasswerte verfügen und haben nichts zu bestimmen. Bestimmungsberechtigt ist allein der tatsächliche Erbe. Der Pflichtteil ist auf die Zahlung von Bargeld gerichtet. Alternativ kann der Erbe auch Vermögenswerte überlassen.

Wie kann ich den Pflichtteilsanspruch geltend machen?

Als pflichtteilsberechtigter Erbe müssen Sie Ihren Pflichtteilsanspruch gegenüber dem in einem Testament oder einem Erbvertrag bestimmten Erben geltend machen. Auf eine besondere Form kommt es dabei nicht an. Es empfiehlt sich aber, den Anspruch schriftlich geltend zu machen.

Wie beziffere ich meinen Pflichtteil?

Um den Pflichtteilsanspruch zu berechnen, haben Sie gegenüber dem tatsächlichen Erben einen Auskunftsanspruch. Der Erbe ist verpflichtet, ein Verzeichnis der Nachlassgegenstände und Verbindlichkeiten zu überreichen. Auch Schenkungen des Erblassers während der letzten zehn Jahre und alle Schenkungen an den Ehegatten gehören dazu, ebenso ausgleichs- und anrechnungspflichtige Zuwendungen an andere Pflichtteilsberechtigte.

Woher weiß ich, dass der Erbe über den Nachlasswert korrekt informiert?

Sie können über das bloße Verzeichnis des Nachlasses hinaus auch verlangen, dass Sie an der Aufstellung des Verzeichnisses beteiligt werden. Zusätzlich können Sie fordern, dass eine Amtsperson, etwa ein Notar, hinzugezogen wird, der darüber wacht, dass das Verzeichnis ordnungsgemäß erstellt wird. Im Zweifel muss der Erbe das Verzeichnis ergänzen oder seine Vollständigkeit eidesstattlich versichern.

Ist der Nachlass schwer einzuschätzen, haben Sie Anspruch auf Wertermittlung durch einen Sachverständigen. Die Kosten trägt der Nachlass. Verbindlich ist das Gutachten allerdings nicht. Es versetzt Sie aber in die Lage, sich ein Bild über den Wert des Nachlasses zu machen. Danach können Sie entscheiden, ob Sie es auf einen Prozess ankommen lassen oder nicht. In letzter Konsequenz müssen Sie Auskunftsrecht und Pflichtteilsanspruch vor Gericht einklagen.

Wie wird der Pflichtteil berechnet?

Um den Pflichtteil zu berechnen, müssen Sie zunächst feststellen, wie hoch Ihr gesetzlicher Erbteil wäre, wenn Sie der Erblasser nicht enterbt hätte. Ihr gesetzlicher Erbteil hängt davon ab, wie viele erbberechtigte Personen es gibt und welcher Erbordnung diese angehören (Erben 1. Ordnung, 2. Ordnung pp) sind. Mitgezählt werden Personen, die wegen Enterbung, Ausschlagung der Erbschaft oder Erbunwürdigkeit nicht Erbe geworden sind. Mitgezählt wird auch, wenn nur auf seinen Pflichtteil verzichtet hat. Je mehr Erben es gibt, umso geringer ist der gesetzliche Erbteil und damit auch der Pflichtteil des Einzelnen. Nicht mitgezählt wird jedoch, wer auf sein Erbrecht gänzlich verzichtet hat.

Besteht der Pflichtteilsanspruch auch nach Ausschlagung der Erbschaft?

Schlagen Sie die Erbschaft aus, verlieren Sie auch Ihren Anspruch auf den Pflichtteil. Sie haben also nicht die Möglichkeit, sich im Wege der Ausschlagung von Ihren Pflichten als Erbe zu befreien, zugleich aber die Früchte des Pflichtteils zu ernten und die verbleibenden Erben wegen des Pflichtteils finanziell in Anspruch zu nehmen. Vielmehr erlischt mit der Ausschlagung Ihr Rechtsverhältnis zum Erblasser und damit auch Ihre Rechtsposition als Pflichtteilsberechtigter. Das Pflichtteilsrecht begründet nämlich nur eine Mindestteilhabe am Nachlass, für den Fall, dass Sie enterbt werden, nicht aber für den Fall, dass Sie die Erbschaft nicht annehmen. Eine Ausnahme besteht nur für Ehepartner. Ehepartner haben die Wahl zwischen dem großen und kleinen Pflichtteil.

Können Kinder den Pflichtteil schon zu Lebzeiten der Eltern einfordern?

Der Pflichtteil entsteht erst mit dem Erbfall. Vor Eintritt des Erbfalls können Sie Ihren Pflichtteil nicht geltend machen. Sie haben keinen Anspruch darauf, dass Ihr noch lebender Elternteil Ihnen den Pflichtteil vorzeitig auszahlt. Erhalten Sie trotzdem finanzielle Zuwendungen, ist es die freie Entscheidung Ihres Elternteils. Ihr Elternteil kann frei bestimmen, ob die Zuwendung auf Ihr Erbe angerechnet wird oder nicht. Zu Lebzeiten Ihres Elternteils haben Sie auch kein Recht auf Einsichtnahme in das Grundbuch, um die Eigentumsverhältnisse oder Wertverhältnisse einer Immobilie festzustellen.

Können Enkel den Pflichtteil einfordern, wenn dem Elternteil der Pflichtteil entzogen wurde?

Der Erblasser kann einem gesetzlichen Erben testamentarisch den Pflichtteil entziehen, wenn der Erbe sich einer schwerwiegenden Verfehlung schuldig gemacht hat. Die dafür maßgeblichen Gründe sind in § 2333 BGB formuliert. Im Zweifel geht der Entzug des Pflichtteils auch zulasten der Enkel. Dann erbt auch der Enkel nichts.

Im Fall der Vermögensverschwendung oder Überschuldung des Elternteils, kann der Erblasser das Pflichtteilsrecht des Elternteils auch derart beschränken, dass der pflichtteilsberechtigte Elternteil Vorerbe wird und nach dessen Tod das Enkelkind den Pflichtteil als Nacherbe erhalten soll. Dann verbleiben dem Elternteil die Einkünfte aus dem hinterlassenen Vermögen, er kann aber nicht selbst über das Vermögen verfügen. Die Entziehung des Pflichtteils wird jedoch unwirksam, wenn der Erblasser die Verfehlung verziehen hat.

Pflichtteilsrechner: Ihren Pflichtteil berechnen
Pflichtteil bei Ehegatten

Wie hoch ist der Pflichtteil des Ehegatten bei Zugewinngemeinschaft?

Sind Sie der überlebende Ehegatte, gelten in Bezug auf den Pflichtteil besondere Regelungen.

  • Ist der Pflichtteil für Sie kein Thema und lebten Sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, können Sie die Erbschaft annehmen und deren Ergänzung auf den Wert des sogenannten großen, um ein Viertel des Nachlasses erhöhten Pflichtteils verlangen. Dadurch erhöht sich Ihr gesetzlicher Erbteil als Ehegatte durch den Erbfall begründeten Zugewinnausgleich um ein Viertel. Statt dieser erbrechtlichen Lösung (auch großer Pflichtteil genannt) können Sie sich auch für die güterrechtliche Lösung (auch kleiner Pflichtteil genannt) entscheiden. Sie haben als Ehepartner ein Wahlrecht.
  • Der große Pflichtteil berechnet sich nach Ihrem gesetzlichen Erbteil als Ehegatte unter Einbeziehung des zusätzlichen Viertels aus dem Zugewinnausgleich. Haben Sie Kinder, erben Sie ein Viertel des Nachlasses. Ihr Erbteil erhöht sich dann um ein Viertel der Erbschaft.