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Pflichtteilsrechner: Ihren Pflichtteil berechnen

Pflichtteilsrechner: Ihren Pflichtteil berechnen

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Was ist der Pflichtteil und warum gibt es ihn

Unter dem Pflichtteil ist der Anspruch naher Angehöriger des Erblassers zu verstehen, auch bei völligem Ausschluss von der Teilhabe am Vermögen des Erblassers erbrechtlich beteiligt zu werden, § 2303 BGB. Der Gesetzgeber verfolgt damit den Gedanken, dass der Erblasser auch über den Tod hinaus für bestimmte nahe Angehörige eine Fürsorgepflicht hat. Der Entzug des Pflichtteils ist nur in ganz besonderen Fällen möglich, beispielsweise wenn der Pflichtteilsberechtigte versucht hat den späteren Erblasser zu töten.

Der Pflichtteilsberechtigte wird zwar nicht Erbe, hat aber einen vermögensrechtlichen Ausgleichsanspruch gegenüber dem oder den Erben auf Zahlung des entsprechenden Geldbetrages.

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Wer ist pflichtteilsberechtigt

Der Kreis der pflichtteilsberechtigten Personen ist vor dem gerade beschriebenen Zweck eng umrissen. Es gibt drei Gruppen, die hierfür in Betracht kommen:

  • Abkömmlinge des Erblassers, also Kinder, Kindeskinder usw. sowie Adoptivkinder; nichteheliche Kinder sind selbstverständlich auch Abkömmlinge und damit ebenfalls pflichtteilsberechtigt. Nur der „nächste“ Abkömmlinge ist pflichtteilsberechtigt, d.h. hat der Erblasser Kinder, so sind damit Kindeskinder usw. ausgeschlossen
  • Ehegatte bzw. der eingetragene Lebenspartner des Erblassers
  • Eltern des Erblassers, sofern zum Todeszeitpunkt keine Abkömmlinge (mehr) vorhanden sind

Mit diesen drei eng umrissenen Gruppen sind bereits alle pflichtteilsberechtigten Personen beschrieben. Weitere Angehörige können vom Erblasser jederzeit und vollständig enterbt werden.

Wie hoch ist der Pflichtteil

Der Pflichtteil beläuft sich auf die Hälfte des gesetzlichen Erbrechts. Gerichtet ist er allerdings nicht auf entsprechende Beteiligung an der Erbschaft, sondern nur auf einen Anspruch auf entsprechende Ausgleichszahlung, d.h. Geld. Für die Wertberechnung kommt es auf den Todeszeitpunkt an. Spätere Wertsteigerungen oder Wertverluste finden keinen Eingang in die Wertberechnung. Für die Berechnung des Nachlasswertes werden sowohl die Vermögensgegenstände wie auch die Nachlassverbindlichkeiten bewertet. Zusätzlich werden die Bestattungskosten und die Kosten zur Wertermittlung des Nachlasses in Abzug gebracht. Auf den nun ermittelten Wert wird der Pflichtteil mit 50% des gesetzlichen Erbteils berechnet.

Pflichtteilsrechner: Pflichtteil berechnen

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Wichtiger Ausfüllhinweis: bitte tragen Sie stets die Situation ein, wie sie sich zum Todeszeitpunkt des Erblassers dargestellt hat. Spätere Änderungen haben keinen Einfluss auf diesen Erbfall und müssen gesondert bewertet werden.
Es ist unerheblich ob Kinder/Enkel usw. ehelich, nicht-ehelich oder adoptiert sind. Sie stehen erbrechtlich alle gleich.
Der klassischen Ehe gleichgestellt ist die eingetragene Lebenspartnerschaft, bitte wählen Sie analog.
Der Erbrechner berücksichtigt bei der Zugewinngemeinschaft nur die sog. erbrechtliche Lösung, bei der der Zugewinn pauschal durch einen 25%igen Aufschlag auf den Erbteil des Ehegatten ausgeglichen wird. Sind Sie an der sog. güterrechtlichen Lösung interessiert, bei der der Zugewinn tatsächlich ermittelt und ausgeglichen wird, so können Sie dies nicht über den Erbrechner tun.
Der klassischen Ehe gleichgestellt ist die eingetragene Lebenspartnerschaft, bitte wählen Sie analog.
Der klassischen Ehe gleichgestellt ist die eingetragene Lebenspartnerschaft, bitte wählen Sie analog.
Ist ein Kind des Erblassers verstorben, so zählen Sie bitte dieses Kind trotzdem, WENN noch mindestens 1 Enkel oder Großenkel des Erblassers aus dieser Linie (also von diesem Kind des Erblassers abstammend) lebt. Bitte summieren Sie die Enkel und Großenkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist ein Kind des Erblassers bereits verstorben, so zählen Sie bitte dieses Kind trotzdem, WENN noch mindestens 1 Enkel oder Großenkel des Erblassers aus dieser Linie (also von diesem Kind des Erblassers abstammend) lebt. Bitte summieren Sie die Enkel und Großenkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist ein Kind des Erblassers bereits verstorben, so zählen Sie bitte dieses Kind trotzdem, WENN noch mindestens 1 Enkel oder Großenkel des Erblassers aus dieser Linie (also von diesem Kind des Erblassers abstammend) lebt. Bitte summieren Sie die Enkel und Großenkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird. Bitte lassen Sie ihre Mutter/Vater, der Abkömmling des Erblassers ist, außen vor.
Ist ein Kind Ihrer Mutter/Ihres Vaters bereits verstorben, so zählen Sie bitte dieses Kind trotzdem, WENN noch mindestens 1 Abkömmling aus dieser Linie lebt. Bitte summieren Sie diese Abkömmlinge NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist eines ihrer Geschwister bereits verstorben, so zählen Sie bitte diesen Bruder/Schwester trotzdem, WENN noch mindestens 1 Kind oder Enkel des Geschwisters lebt. Bitte summieren Sie die Kinder und Enkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist eines der Geschwister bereits verstorben, so zählen Sie bitte diesen Bruder/Schwester trotzdem, WENN noch mindestens 1 Kind oder Enkel des Geschwisters lebt. Bitte summieren Sie die Kinder und Enkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
Ist eines der Geschwister bereits verstorben, so zählen Sie bitte diesen Bruder/Schwester trotzdem, WENN noch mindestens 1 Kind oder Enkel des Geschwisters lebt. Bitte summieren Sie die Kinder und Enkel NICHT auf, es geht nur darum, dass die Linie erbrechtlich weitergeführt wird.
 
Die Berechnung ist teilweise vereinfacht, sie soll Ihnen als Orientierung dienen und stellt insbesondere keine Rechtsberatung dar. Lassen Sie sich in jedem Fall anwaltlich beraten. Es gelten meine Haftungsbestimmungen. Die Datenschutzbestimmungen für meine Schnellrechner lesen Sie unter Datenschutz.

Sondersituationen

Im Rahmen des Pflichtteilsrechts treten in der Praxis insbesondere drei Fälle auf, die besonders geregelt sind:

  • Ein Pflichtteilsberechtiger wird zwar Erbe, aber erbt weniger als seinen Pflichtteil: Für diesen Fall steht ihm der Zusatzpflichtteilsanspruch nach § 2305 BGB zu. Hiernach kann er die Differenz zum Pflichtteilsanspruch gegenüber der Erbengemeinschaft geltend machen.
  • Der Erblasser hat sein Vermögen zu Lebzeiten (teilweise) verschenkt: Diese Schenkungen werden bei der Pflichtteilsberechnung dem Nachlasswert hinzugerechnet, sofern sie innerhalb der letzten zehn Jahre vor dem Tod des Erblassers erfolgt sind. Der Wert, der dem Nachlass hinzugerechnet wird, sinkt pro Jahr um 10%. Hat also ein Erblasser vor 5 Jahren 100.000 € verschenkt, so wird der Nachlass für die Berechnung des Pflichtteils um 50.000 € erhöht. Bei Ehegatten gilt die Besonderheit, dass die 10-Jahres-Berechnung erst mit der Auflösung der Ehe beginnt, also Scheidung oder Tod eines Ehegatten.
  • Der Pflichtteilsberechtigte hat zu Lebzeiten des Erblassers bereits Zuwendungen erhalten: Diese sind auf den Pflichtteilsergänzungsanspruch anzurechnen, und zwar unabhängig davon ob der Erblasser zum Zeitpunkt der Zuwendung an eine Anrechnung gedacht hat oder nicht.

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Ausschluss des Pflichtteilsrechts

Es gibt besondere Situationen, in denen das Pflichtteilsrecht ausgeschlossen ist.

  • Verlust des Erbrechts: hat der gesetzliche Erbe sein Erbrecht verloren, so ist es auch konsequent sein Pflichtteilsrecht auszuschließen. Hierunter fallen die beiden Fälle der Erbunwürdigkeit und des Erbverzichts. Die Erbunwürdigkeit bestimmt sich nach § 2339 BGB. Inbesondere die Tötung oder versuchte Tötung des Erblassers sowie die Verhinderung des Erblassers an der Errichtung eines Testaments fallen hierunter.
  • Entziehung des Pflichteils: Der Erblasser ist berechtigt, einen gesetzlichen Erben in bestimmten Situationen vom Erbe auszuschließen. Diese Gründe sind abschließend in § 2333 BGB geregelt und betreffen allesamt besonders schwere Verfehlungen gegen den Erblasser, seinen Ehegatten oder eine andere dem Erblasser nahestehende Person. Hierunter fällt, neben dem obligatorischen „trachten nach dem Leben“ vor allem die Verletzung der gesetzlich obliegenden Unterhaltspflicht.
  • Zuletzt benennt das Gesetz noch die Beschränkung in guter Absicht: Lebt ein Abkömmling verschwenderisch oder ist er verschuldet, so kann der Erblasser bestimmen, dass der ihm gebührende Pflichtteil auf dessen Abkömmlinge im Wege der Nacherbschaft übertragen wird.

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    Wenn sich die Miterben (3 von 7 bereits verstorben) über 40 Jahre nicht um ihr Erbe (kein Testament vorhanden) (Haus ohne Außenputz und ohne Heizung) kümmerten und nichts zum Erhalt beigetragen haben, dürften sie eigentlich auch keinen Anspruch mehr haben. Wir 3 Kinder der einen Miterbin, welche von Anfang an im Haus wohnt, [... mehr lesen]
  • Helga
    veröffentlicht am 28. September 2018 im Beitrag Erbfall und Erbengemeinschaft mit Auslandsbezug
    Danke für den Beitrag. Meine Schwester ist schon seit langem Staatsabgeordnete von den USA, muss aber nun mit mir unsere Erbe teilen. Die ist ein Geschenk vom Opa, der hier in Deutschland gelebt und uns beide vom Herzen geliebt hat. Dies hat aber Susi zur Mehrfachbesteuerung geführt. Aber Doppelbesteuerungsabkommen fallen nic [... mehr lesen]

 
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