Erbrecht

Prozesskostenrechner

Prozesskostenrechner: Das kostet ein Rechtsstreit

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Mit dem Streitwert wird der Wert des Streitgegenstandes bemessen. Der Streitwert entspricht im Regelfall dem finanziellen Interesse des Klägers an der Klärung der Angelegenheit.
Möchten Sie Klage bei Gericht einreichen? Dies kann nach vorheriger außer­gerichtlicher Vertretung oder auch sofort erfolgen. Die Rechtsanwaltsgebühren setzen sich aus Vielfachen (sog. Sätze) des im Rechts­anwalts­ver­gütungs­gesetz (RVG) anhand des Streitwerts festgesetzten einfachen Gebührensatzes zusammen.
Beilegung einer rechtlichen Streitigkeit zunächst nur mit einem Anwalt und ohne ein gerichtliches Verfahren. Hierzu gehören beispielsweise Schreiben an die Gegenseite. Im Erfolgsfall spart man meist Zeit, vermeidet Gerichtsgebühren und das Risiko beim Unterliegen auch die gegnerischen Anwaltskosten tragen zu müssen. Einigt man sich nicht, kann man weiterhin den gerichtlichen Weg einschlagen. Ein Teil des außergerichtlichen Aufwands wird dann angerechnet.
Eine Vereinbarung zwischen beiden Parteien, die die Streitigkeit durch gegenseitiges Nachgeben beendet. Dies kann außergerichtlich oder gerichtlich erfolgen.
Hat der Anwalt mehrere Auftraggeber in derselben Angelegenheit, so erhöht sich seine Verfahrens- bzw. Geschäfts­gebühr je weitere Person.
Hat der Anwalt mehrere Auftraggeber in derselben Angelegenheit, so erhöht sich seine Verfahrens- bzw. Geschäfts­gebühr je weitere Person.

Die Berechnung ist teilweise vereinfacht, sie soll Ihnen als Orientierung dienen. Alle Angaben sind ohne Gewähr, bitte lassen Sie sich (anwaltlich) beraten. Die Datenschutzbestimmungen für meine Schnellrechner lesen Sie unter Datenschutz.

Sie sind Rechtsanwalt? Dieser Schnellrechner kann kostenlos und neutral auf Ihrer Webseite eingebunden werden. Mehr unter Kanzleimarketing.

 

Bevor Sie mit anwaltlicher Unterstützung gegen einen Dritten vorgehen, ist es meist sinnvoll sich ein Bild von den zu erwartenden Kosten zu machen. Über den nachfolgenden Schnellrechner können Sie getrennt nach außergerichtlichem oder gerichtlichem Vorgehen eine Einschätzung ermitteln, welche Kosten die rechtliche Auseinandersetzung mit sich bringen wird. Wichtig zu wissen: wenn Sie gerichtlich vorgehen, kommen im Falle des Unterliegens auch noch die Anwaltskosten der Gegenseite auf Sie zu!

Ich berechne nur die Kosten für eine streitige Auseinandersetzung vor den Zivilgerichten (Amtsgericht oder Landgericht als Erstinstanz). Verwaltungs-, Sozial-, Finanz- und arbeitsgerichtliche Streitigkeiten sind zwar ähnlich, folgen aber in Details eigenen Regeln und werden daher nicht ausdrücklich ausgewiesen. Ganz gesonderte Regelungen gelten hingegen für den Strafprozess, nachfolgende Ausführungen passen hierfür garnicht.

Vertiefende Ausführungen zu den jeweiligen juristischen Fachtermini finden Sie auf dieser Seite unterhalb des Prozesskostenrechners ausgeführt.

ProzesskostenrechnerMein Name ist Dr. Stephan Seitz, ich bin Jurist und war vor wenigen Jahren selbst Teil einer Erbengemeinschaft. Dabei wurde mir klar: die Miterben wollen keinen Streit, sondern eine Lösung. Alles was Sie dafür wissen müssen, schreibe ich hier auf.
 
Bitte beachten Sie meine Rechtlichen Hinweise für die Nutzung dieser Webseite inklusive Haftungsregelungen. Ich fasse lediglich Allgemeinwissen zusammen und biete keine Rechtsberatung. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Inhaltsverzeichnis: darum geht´s auf dieser Seite

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Was kostet die Beauftragung eines Rechtsanwalts

Welche Hilfe bietet ein Prozesskostenrechner?

Anwälte sind eine Notwendigkeit, wenn Sie Ihr Recht wahrnehmen wollen, genauso wie Sie zum Arzt gehen, wenn Sie Schmerzen haben oder zum Architekten, wenn Sie ein Haus bauen möchten. Die Notwendigkeit anwaltlicher Beratung und Vertretung ergibt sich daraus, dass das Rechtssystem unsere komplexen Lebensverhältnisse nachvollzieht und Regelungen schafft, die der Jurist für den Laien übersetzt. Sie tun sich leichter, die Dienste eines Rechtsanwalts in Anspruch zu nehmen, wenn Sie wissen, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen. Dazu sollten Sie wissen, welche Vorgaben es gibt, wenn der Anwalt seine Gebühren für eine außergerichtliche Beratung oder eine gerichtliche Vertretung abrechnet.

Über meinen Prozesskostenrechner können Sie mit Eingabe bestimmter Zahlenwerte Ihren Prozesskostenaufwand kalkulieren. Im Prinzip genügt die Eingabe des Geschäfts- oder Streitwertes. Das Ergebnis ist trotzdem nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte verstehen Sie, wenn Sie wissen, wie das Ergebnis zustande kommt.

Voraussetzung ist, dass Sie die richtigen Zahlenwerte eingeben und wissen, nach welcher Maßgabe Sie die Werte beziffern. Vor allem müssen Sie wissen, wie die Anwaltsgebühren im Hinblick auf die jeweilige Tätigkeit eines Rechtsanwalts berechnet werden. Sie tun sich mit Ihrer Einschätzung wesentlich leichter, wenn Sie ungefähr wissen, auf was es dabei ankommt und mit den Begrifflichkeiten umgehen können. So sollten Sie wissen, was der Streitwert bedeutet, wie Streitwerte beziffert werden, wie Sie die Unterschiede zwischen außergerichtlicher und gerichtlicher Vertretung verstehen oder inwieweit Sie verpflichtet sind, die Anwaltsgebühren des Gegners zu bezahlen.

Was der Unterschied zwischen außergerichtlicher Beratung und gerichtlicher Vertretung?

Gehen Sie zum Rechtsanwalt, bedeutet dies nicht, dass Sie sofort bei Gericht landen. Ein Rechtsanwalt wird Sie zunächst außergerichtlich beraten und Sie in einer ersten Einschätzung der Rechtslage über Ihre Rechte oder vielleicht auch Pflichten informieren. Nur dann, wenn Sie darauf angewiesen sind, Ihre Rechte mit gerichtlicher Hilfe durchzusetzen oder eventuelle Pflichten gerichtlich klären zu lassen, wird Sie der Anwalt vor Gericht vertreten. Je nachdem, ob der Anwalt Sie außergerichtlich berät oder gerichtlich vertritt, berechnen sich die Gebühren unterschiedlich.

Was sind Geschäftswert, Gegenstandswert und Streitwert?

Die Anwaltsgebühren berechnen sich nach dem Geschäftswert (auch Gegenstandswert) oder Streitwert der Angelegenheit. Damit wird der Wert bezeichnet, wegen dessen Sie sich rechtlich beraten oder vertreten lassen.

Beispiel: Fordern Sie als gesetzlicher Erbe Ihren Pflichtteil und beziffern dessen Höhe auf beispielsweise 5.000 €, beträgt der Geschäftswert (auch Gegenstandswert) 5.000 €. Danach rechnet der Anwalt für seine außergerichtliche Beratung oder Vertretung seine Gebühren ab. Wenn Sie den Pflichtteil gerichtlich einklagen, spricht man gerne vom „Streitwert“.

Geschäftswert, Gegenstandswert und Streitwert sind ansonsten die gleichen Begriffe. Im Familienrecht spricht man auch noch vom Verfahrenswert. Lässt sich der Gegenstands- oder Streitwert nicht genau beziffern, gehen die Gerichte gerne von einem Regelstreitwert von 4.000 € aus. Ansonsten enthält das Gerichtskostengesetz eine Reihe von Vorschriften, nach denen sich in einzelnen Rechtsstreitigkeiten Geschäfts- und Streitwerte berechnen lassen.

Beispiel: Sie haben eine Mietwohnung geerbt. Der Mieter ist mit der Miete in Verzug. Sie kündigen den Mietvertrag. Da der Mieter die Kündigung nicht akzeptieren will, ziehen Sie vor Gericht. Geschäfts-und Streitwert beziffern sich nach dem zwölffachen Betrag der Nettokaltmiete. Beträgt die Kaltmiete 400 €, ergibt sich daraus ein Geschäfts- und Streitwert von 4.800 €.

Wo sind die Rechtsanwaltsgebühren geregelt?

Anwaltsgebühren sind im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt. Es bestimmt in Abhängigkeit von Geschäftswert oder Streitwert und der jeweiligen Tätigkeit des Anwalts die Höhe der Gebühren. Anhand einer Gebührentabelle im Vergütungsverzeichnis (VV) können Sie erkennen, welche Gebühr bei verschiedenen Streitwerten anfällt. Das Vergütungsverzeichnis enthält jeweils eine volle Gebühr. Sie wird als 1,0 Gebühr bezeichnet. Im Einzelfall kann die Gebühr einen Bruchteil der 1,0 Gebühr betragen oder über diese 1,0 Gebühr hinausgehen.

Beispiel: Die sogenannte Geschäftsgebühr ist im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz in Nr. 2300 des Vergütungsverzeichnisses (VV RVG) bestimmt. Der Gebührenrahmen reicht von 0,5 – 2,5. Innerhalb dieses Rahmens kann der Anwalt die Geschäftsgebühr bestimmen. Die übliche Mittelgebühr beträgt 1,3.

Wie werden die Gerichtskosten ermittelt?

Auch die Gerichtskosten bemessen sich nach dem maßgeblichen Streitwert des Rechtsstreits. Die Gebührensätze sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG Anlage 1) geregelt und in der Gebührentabelle beziffert (GNotKG Anlage 2).

Beispiel: Das Verfahren über die Ernennung und Entlassung eines Testamentsvollstreckers löst eine 0,5 Gerichtsgebühr aus. Bei einem Geschäftswert bis 1.000 € fällt so eine Gerichtsgebühr von 26,50 € an. Oder beantragen Sie als Erbe bei Gericht einen Notar mit der amtlichen Aufnahme eines Nachlassinventars zu beauftragen, erhalten Sie vom Gericht eine Gebührenrechnung über 40 €.

Wer trägt welche Kosten bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung?

Streiten Sie sich gerichtlich, haben Sie für den Fall Ihres Obsiegens einen Kostenerstattungsanspruch gegen den Gegner. Ihr unterlegener Gegner muss sämtliche Verfahrenskosten bezahlen. Umgekehrt bezahlen Sie sämtliche Verfahrenskosten allein, wenn Sie den Prozess verlieren. Insbesondere müssen Sie auch die Anwaltskosten Ihres Gegners erstatten – allerdings nur in Höhe der gesetzlichen Gebühren. Nimmt sich ihr Gegner einen Anwalt, der nur auf Basis von sehr teuren Stundensätzen arbeitet, so müssen Sie diese nicht in voller Höhe erstatten. Das sind die Regeln. Davon gibt es natürlich wiederum Ausnahmen.

Ausnahmen: Führen Sie einen Rechtsstreit vor dem Arbeitsgericht, gibt es eine besondere Regelung. Wenn Sie den Prozess gewinnen, haben Sie trotzdem keinen Kostenerstattungsanspruch gegen den Gegner. Jede Partei trägt ihre Anwaltsgebühren selbst. Ihr Vorteil als Arbeitnehmer besteht darin, dass Sie nicht die Kosten für den Anwalt des Arbeitgebers tragen müssen. Lediglich die Gerichtsgebühren werden im Verhältnis des Obsiegens und Unterliegens aufgeteilt.

Wie werden die Anwaltskosten bei einem Vergleich verteilt?

Nicht jeder Rechtsstreit endet mit einem Urteil. Richter sind im Hinblick auf die Wahrung des Rechtsfriedens sehr daran interessiert, die Parteien des Rechtsstreits zu motivieren, sich vergleichsweise zu einigen. Verständigen Sie sich spätestens in der mündlichen Verhandlung auf einen Vergleich, schlägt sich Ihre Einigung auch in den Gebühren und der Gebührenverteilung nieder.

Ein Vergleich kommt dann zustande, wenn die Parteien nicht auf ihrer maximalen Forderung bestehen und sich bereit zeigen, auf den Gegner zuzugehen und Zugeständnisse zu machen. Vergleiche bieten sich insbesondere dann an, wenn die Rechtslage kompliziert und der Ausgang des Rechtsstreits nicht sicher vorherzusagen ist. Um Überraschungen und den Worst Case zu vermeiden, ist der Vergleich oft die bessere Alternative. Im Regelfall werden die Kosten untereinander aufgeteilt oder im Verhältnis des Obsiegens und Unterliegens verteilt.

Beispiel: Sie klagen gegen den Alleinerben Ihren Pflichtteil in Höhe von 100.000,00 €. Da Sie sich wegen des Verkehrswertes der zum Nachlass gehörenden Immobilie streiten, akzeptieren Sie den Vorschlag des Gerichts, sich auf einen Betrag von 70.000 € vergleichsweise zu einigen. Sie obsiegen also in Höhe von 70.000 €, während Ihr Gegner in Höhe von 30.000 € unterlegen ist. Das Gericht wird die Gerichts- und Anwaltsgebühren im Verhältnis von 7 zu 3 aufteilen.

Was ist, wenn ich die Klage zurücknehme?

Erkennen Sie, dass Ihre Klage wenig Erfolgsaussichten hat, können Sie die Klage jederzeit zurücknehmen. Sie tragen dann die Verfahrenskosten allein, auch die Kosten des Rechtsanwalts Ihres Gegners. Die Klagerücknahme kann günstiger sein, wenn Sie damit vermeiden, dass Ihnen im Fall des Unterliegens die volle Kostenlast auferlegt wird.

Wichtige Begriffe für die Berechnung der Rechtsanwaltsvergütung

Rahmengebühren: Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz enthält Betragsrahmengebühren und Satzrahmengebühren.

Betragsrahmengebühr: Bei den Betragsrahmengebühren bestimmt das Gesetz für die Gebühr einen Gebührenrahmen in Form von Mindest- und Höchstbeträgen.

Beispiel: So ist in Rentenangelegenheiten eine Gebühr von 50 € bis 550 € vorgesehen. Die konkrete Gebühr bemisst sich nach Umfang und Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit und den Einkommens- und Vermögensverhältnissen des Mandanten.

Satzrahmengebühr: Die Satzrahmengebühren berechnen sich nach dem Geschäftswert einer Angelegenheit. Dabei ist der Gebührensatz nicht konkret festgelegt, sondern aus einem Satzrahmen zu entnehmen. Der Satzrahmen für eine Geschäftsgebühr reicht von 0,5 – 2,5. Auch hier bemisst der Anwalt die genaue Gebühr nach Umfang und Schwierigkeit seiner Tätigkeit und der Bedeutung der Angelegenheit für den Mandanten sowie nach dessen Einkommens- und Vermögensverhältnissen.

Beispiel: Der Geschäftswert beträgt 5.000 Euro. Daraus ergibt sich eine 1,0 Geschäftsgebühr von 384,37 €. Berechnet der Anwalt eine 1,3 Geschäftsgebühr, stellt er 492,54 € in Rechnung. Berechnet er lediglich eine 0,55 Gebühr, zahlen Sie 213,05 €.
Gebühren, wenn der Anwalt außergerichtlich tätig wird

Die außergerichtliche Geschäftsgebühr

Die Geschäftsgebühr berechnet der Rechtsanwalt für das Betreiben des Geschäfts oder für die Mitwirkung bei der Gestaltung eines Vertrags (Nr. 2300 VV RVG). Sie ist eine Satzrahmengebühr. Der Rahmen reicht von 0,5 – 2,5. Damit ist die anwaltliche Tätigkeit für die Aufnahme des Mandats, das Aktenstudium, das Studium der Fachliteratur und Rechtsprechung, die Besprechung und Anfertigung aller notwendigen Schreiben und die Korrespondenz mit Mandanten, Gegnern und Dritten abgegolten.

Innerhalb des Rahmens von 0,5 – 2,5 berechnet der Anwalt seine Gebühr. Eine reine Beratung ohne besondere Schwierigkeiten löst meist eine 0,55 Beratungsgebühr aus. Dies also der 55. Teil einer vollen 1,0 Gebühr. Im Regelfall berechnet der An