Erbengemeinschaft
Sie befinden sich hier: Ratgeber Erbengemeinschaft » Erbengemeinschaft » Aufgebotsverfahren: Klarheit über Haftungsrisiken in der Erbengemeinschaft

Aufgebotsverfahren: Klarheit über Haftungsrisiken in der Erbengemeinschaft

Aufgebotsverfahren: Klarheit über Haftungsrisiken in der Erbengemeinschaft

Sie haben Streit mit Ihren Miterben oder wollen die Erbengemeinschaft auflösen?
  • Holen Sie sich eine kostenfreie Ersteinschätzung Ihres Falles von einem spezialisierten Rechtsanwalt für Erbrecht
  • Sie erhalten umfassendes Feedback zu Ihren Chancen und Risiken sowie den zu erwartenden Kosten – in der Regel ein Festpreis
  • Schnelle Hilfe: Ihre Antwort erhalten Sie meist innerhalb von 2 Stunden (Montag bis Freitag zwischen 9:00 und 18:00 Uhr)
  • Kostenfrei und 100% unverbindlich

Kostenfreie Ersteinschätzung erhalten


Bitte beachten Sie meine Haftungsregelungen und Bestimmungen zur Rechtsberatung für Inhalte auf dieser Internetseite! Ich fasse lediglich Allgemeinwissen zusammen und biete keine Rechtsberatung.
 

Zweck des Aufgebotsverfahrens

Sie haben geerbt. Ihre erste Maßnahme besteht darin, den Nachlass zu sichten. Sie stellen fest, dass der Nachlass unübersichtlich ist und sich unbekannte Gläubiger melden. Sie haben Grund zu vermuten, dass es noch weitere Gläubiger gibt. Um Haftungsrisiken für sich selbst zu vermeiden, sollten Sie ein gerichtliches Aufgebotsverfahren beantragen. Sie schaffen sich damit Klarheit über vorhandene Gläubiger und die Vermögenssituation des Nachlasses insgesamt. Die Kenntnis der Vermögenssituation ist vor allem bei unübersichtlichen Nachlässen auch Voraussetzung dafür, ob Sie die Nachlassverwaltung oder die Nachlassinsolvenz beantragen oder, ganz einfach, Ihren Erbteil verkaufen.

Typisches Beispiel: Sie beerben Ihren Vater, zu dem Sie in den letzten Jahren keinen Kontakt mehr hatten. Ihr Vater war seit längerem arbeitslos und lebte in ungeordneten Verhältnissen. Sie müssen befürchten, dass der Nachlass trotz vorhandener Vermögenswerte überschuldet ist. Da Sie kaum Unterlagen vorfinden, ist es schwierig, sich einen Überblick über die Vermögenssituation und eventuell vorhandene Verbindlichkeiten zu schaffen. Sie überlegen, wie Sie sich jetzt verhalten sollten. Ausschlagen und auf die Erbschaft verzichten möchten Sie vorerst noch nicht.

Was ist das Aufgebotsverfahren?

Als Erbe haften Sie für die Verbindlichkeiten des Erblassers. Sie können sich verständlicherweise erst entscheiden, ob Sie die Erbschaft wirklich annehmen, wenn Sie wissen, wie sich die Vermögenssituation des Nachlasses darstellt. Sollte der Nachlass zahlungsunfähig oder überschuldet sein, müssten Sie die Nachlassverwaltung oder das Nachlassinsolvenzverfahren beantragen. Um vorab überhaupt festzustellen, welche Nachlassgläubiger vorhanden sind, können Sie im Wege des Aufgebotsverfahren potentielle Nachlassgläubiger auffordern, ihre Forderungen gegenüber dem Nachlass anzumelden.

Nachlassgläubiger sind nicht unbedingt verpflichtet, ihre Forderungen anzumelden. Meldet sich ein Gläubiger nicht rechtzeitig, haften Sie ihm als Erbe gegenüber nur noch mit dem vorhandenen Nachlass. Sie schließen damit das Risiko aus, dass unbekannte Gläubiger auf Ihr Eigenvermögen zugreifen. Stellen Sie nach Durchführung des Aufgebotsverfahren fest, dass Sie die bekannten Gläubiger befriedigen können, können Sie den Nachlass selber abwickeln. Sie brauchen keine unliebsamen Überraschungen mehr durch unbekannte Gläubiger zu befürchten und haften nicht mehr mit Ihrem Eigenvermögen.

Aufgebotsverfahren: Klarheit über Haftungsrisiken in der Erbengemeinschaft

Wie beantrage ich das Aufgebotsverfahren?

Sie beantragen das Aufgebotsverfahren beim örtlich zuständigen Nachlassgericht, in dessen Bezirk der Erblasser zur Zeit des Erbfalls seinen Wohnsitz oder Aufenthalt hatte. Antragsberechtigt sind Sie als endgültiger Erbe nach der Annahme der Erbschaft. Den Antrag stellen Sie schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle des Nachlassgerichts.

Aufgebotsverfahren: Klarheit über Haftungsrisiken in der Erbengemeinschaft

Mein Newsletter: Updates zur Erbengemeinschaft und Gratis-eBook
  • Abonnieren Sie meinen Newsletter und erhalten Sie regelmäßige Updates zur Erbengemeinschaft sowie aktuelle Gerichtsurteile.
  • Zusätzlich schicke ich ihnen mein eBook „Die Erbengemeinschaft – In 9 Schritten zur Auseinandersetzung“: Welche Möglichkeiten zum Verlassen der Erbengemeinschaft haben Sie? Wie setzen Sie ihren Ausstieg konkrekt um?
  • Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den Zweck der Erbringung dieses Newsletters verwendet und niemals an Dritte weitergegeben. Ich möchte den Newsletter ausschließlich nutzen, um mit Ihnen in Kontakt zu bleiben. Sie können sich jederzeit vom Newsletter abmelden.


Wie läuft das Aufgebotsverfahren ab?

Der Rechtspfleger beschließt den Erlass des Aufgebots. Ihrem Antrag müssen Sie eine vollständige Liste der Ihnen bekannten Nachlassgläubiger beifügen. Das Gericht fordert anschließend durch öffentliche Bekanntmachung alle Gläubiger auf, ihre Forderungen innerhalb einer vom Gericht genannten Frist beim Nachlassgericht anzumelden.

Nach Fristablauf erlässt das Gericht ein sogenanntes Ausschlussurteil. Die Konsequenz besteht darin, dass Forderungen von Gläubigern, die ihre Forderungen bis zu dem vom Gericht gesetzten Zeitpunkt nicht angemeldet haben, erst zuletzt befriedigt werden, soweit der Nachlass bis dahin noch nicht erschöpft ist.

Das Ausschlussurteil führt also nicht dazu, dass alle Verbindlichkeiten erlöschen. Der ausgeschlossene Gläubiger kann seine Forderung weiter gegen den Nachlass geltend machen, muss allerdings mit dem Rest Vorlieb nehmen. Sie können ihm dann die Erschöpfung des Nachlasses entgegenhalten (Erschöpfungseinrede). Eine Sonderstellung haben Gläubiger, die dinglich gesichert sind. Dingliche Sicherung bedeutet beispielsweise, dass ein Gläubiger eine Grundschuld auf einer zum Nachlass gehörenden Immobilie hat. Sie können sich insoweit nicht auf die Beschränkung Ihrer Haftung berufen.

Wie ist das mit Pflichtteilsberechtigten und Vermächtnisnehmern?

Pflichtteilsberechtigte und Vermächtnisnehmer brauchen ihre Forderungen nicht im Aufgebotsverfahren anzumelden, da sie den Erben im Allgemeinen bekannt sind. Fordert ein ausgeschlossener Gläubiger seine Forderung ein, können Sie sich nicht auf die Ausschließungseinrede berufen und den Gläubiger auf die Erschöpfung des Nachlasses verweisen, wenn Verbindlichkeiten aus Pflichtteilen, Vermächtnissen oder Auflagen zu befriedigen sind.

Die genannten Verbindlichkeiten gelten gegenüber den ausgeschlossenen Gläubigern als nachrangig, so dass Sie die ausgeschlossenen Gläubiger vor Vermächtnisnehmern und vor Pflichtteilsberechtigten befriedigen müssen. Haben Sie hingegen Pflichtteilsrechte bereits erfüllt, wenn der ausgeschlossene Gläubiger seine Forderung geltend macht, geht der Gläubiger leer aus, auch wenn Sie die Forderung bereits vorher gekannt haben. Dabei steht dem ausgeschlossenen Gläubiger gegenüber dem befriedigten Pflichtteilsberechtigten ein Anfechtungsrecht zu.

Welcher Vorteil habe ich als Erbe durch das Aufgebotsverfahren?

Das Aufgebotsverfahren führt zwar nicht dazu, dass Ihre Erbenhaftung beschränkt ist. Aber Sie laufen wenigstens nicht Gefahr, Schulden des Erblassers aus Ihrem eigenen Vermögen bezahlen zu müssen. Reicht der Nachlass nicht aus, um verspätet vorstellig werdende Gläubiger zu bezahlen, können Sie sich darauf berufen, dass der Nachlass erschöpft ist und die Befriedigung des Gläubigers insoweit verweigern.

Stellen Sie allerdings fest, dass der Nachlass zahlungsunfähig oder überschuldet ist, können Sie die Nachlassverwaltung beantragen oder gleich das Insolvenzverfahren in die Wege leiten. Eine weitere Alternative kann darin bestehen, dass Sie den Nachlass oder Ihren Erbanteil am Nachlass gegen Zahlung einer Abfindung verkaufen und es dem Käufer überlassen, den Nachlass auseinanderzusetzen (Erbteilskauf).

Aufgebotsverfahren: Klarheit über Haftungsrisiken in der Erbengemeinschaft

Sie haben Streit mit Ihren Miterben oder wollen die Erbengemeinschaft auflösen?
  • Holen Sie sich eine kostenfreie Ersteinschätzung Ihres Falles von einem spezialisierten Rechtsanwalt für Erbrecht
  • Sie erhalten umfassendes Feedback zu Ihren Chancen und Risiken sowie den zu erwartenden Kosten – in der Regel ein Festpreis
  • Schnelle Hilfe: Ihre Antwort erhalten Sie meist innerhalb von 2 Stunden (Montag bis Freitag zwischen 9:00 und 18:00 Uhr)
  • Kostenfrei und 100% unverbindlich

Kostenfreie Ersteinschätzung erhalten

  • Aktuelle Rechtsprechung zur Erbengemeinschaft
    Rechtsprechung und Urteile zur Erbengemeinschaft Das Erbrecht im Allgemeinen und die Erbengemeinschaft im Besonderen sind laufend von der aktuellen Entwicklung der Rechtsprechung betroffen: Pflichten der Miterben, Rechte im Rahmen der Verwaltung des gemeinsamen Nachlasses, Möglichkeiten zur Auseinandersetzung und zum Erbteilsverkauf... Zu all diesen Themen lesen Sie hier regelmäßig ein Update [... mehr lesen]
  • Erbengemeinschaft auflösen
    Die Die Erbengemeinschaft stellt eine Zwangsgemeinschaft dar, die explizit auf Auflösung gerichtet ist. Hierfür gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: 1) Die Miterben schließen eine Auseinandersetzungsvereinbarung in der die Verteilung des Nachlasses geregelt wird; 2) Alle Erbanteile werden auf einen der Miterben oder einen Dritten vereinigt, in der Regel durch einen Verkauf der [... mehr lesen]
  • Infografiken zur Erbengemeinschaft
    Rechtliche Aspekte sind kompliziert, Erbrecht ganz besonders. Über meine Infografiken haben Sie die Möglichkeit sich dem Thema Erbrecht und Erbengemeinschaft einfach zu nähern. Was ist eine Erbengemeinschaft? Wie komme ich da rein, wie komme ich da raus? Was kann ich mit meinem Erbteil machen? All diese Fragen beantworte ich [... mehr lesen]
  • Praxistips für Erben
    Mit dem Tod des Erblassers kommt auf den Alleinerben oder die Erbengemeinschaft eine ganz neue Aufgabe zu. Neben den ersten Schritten, wie beispielsweise der Organisation der Bestattung und der Benachrichtigung diverser Ämter, Firmen und Personen, kommen schnell Fragen rund um die Sicherung und Verwaltung des Nachlasses auf. Welche Handlungen muss der Erbe vornehmen? Welche darf er überhaupt [... mehr lesen]

 
Bitte beachten Sie meine Haftungsregelungen und Bestimmungen zur Rechtsberatung für Inhalte auf dieser Internetseite! Ich fasse lediglich Allgemeinwissen zusammen und biete keine Rechtsberatung.
 
* Affiliate-Link: Klicken Sie auf einen meiner Empfehlungslinks und kaufen im Anschluss ein Produkt, dann erhalte ich dafür eine kleine Provision. Diese hilft mir, meine Webseite zu betreiben. Wichtig: ihr Kauf wird dadurch um keinen Cent teurer. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!


Aufgebotsverfahren: Klarheit über Haftungsrisiken in der Erbengemeinschaft

4.7 (93.33%) bei 3 Bewertungen