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Erbfall und Erbengemeinschaft mit Auslandsbezug: Ich lebe im Ausland und habe in Deutschland geerbt

Leben Sie im Ausland und treten in Deutschland eine Erbschaft an, stellen sich eine Reihe von Fragen. Erbschaften sind immer mit Verantwortung verbunden. Als Erbe können Sie dieser Verantwortung gegenüber sich selbst und dem Nachlass nur gerecht werden, wenn Sie wissen, nach welchen Regeln Sie erben. Erbschaften mit Auslandsbezug können infolge der Gegebenheiten komplexe Probleme aufwerfen. Die Zahl solcher grenzüberschreitenden Erbfälle wird EU-weit auf jährlich 450.000 Fälle mit einem Vermögen von schätzungsweise mehr als 120 Milliarden € taxiert. Der problematische Auslandsbezug ergibt sich meist aus der Staatsangehörigkeit und dem Wohnsitz des Erblassers sowie daraus, wo sich die Nachlasswerte befinden. Leben Sie als Erbe im Ausland, handelt es sich an sich „nur“ um eine ganz normale Erbschaft.


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Erbfall und Erbengemeinschaft mit Auslandsbezug

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Beispiel für eine Erbschaft mit Auslandsbezug: Alleinerbe oder Erbengemeinschaft

Nehmen wir als typisches Beispiel an, dass Sie deutscher Staatsangehöriger mit gewöhnlichem Aufenthalt in Frankreich sind. Die verstorbene Person (Erblasser) hatte seinen letzten Wohnsitz in München und ist dort verstorben. Sie sind gesetzlicher Erbe. Der Erblasser hinterlässt Ihnen eine Immobilie in München, ein Bankkonto bei der Stadtsparkasse und ein Ferienhaus in der Bretagne.

Dies gilt unabhängig davon, ob der Erbe Alleinerbe ist oder Miterbe in einer Erbengemeinschaft.

Welches Erbrecht kommt für Auswanderer zur Anwendung?

Der Umstand, dass Sie als Erbe im Ausland wohnen, ändert nichts daran, dass sich der Erbfall in Deutschland abspielt und deshalb deutsches Recht, insbesondere deutsches Erbrecht, zur Anwendung kommt. Die Erbfolge unterliegt grundsätzlich dem Recht des Staates, dessen Staatsangehörigkeit der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes besaß (Art. 25 EGBGB). Auf den gewöhnlichen Aufenthaltsort des Erblassers und auf die Belegenheit seines Vermögens kommt es insoweit nicht an. Besaß der Erblasser verschiedene Staatsangehörigkeiten, ist das Recht desjenigen Staates anzuwenden, mit dem er durch seinen Aufenthalt und den Verlauf seines Lebens am engsten verbunden war (Art. 5 EGBGB). War er auch deutscher Staatsangehöriger, geht diese Rechtsstellung vor, so dass deutsches Erbrecht Anwendung findet. War der Erblasser staatenlos, ist das an seinem gewöhnlichen Aufenthaltsort geltende Erbrecht maßgebend.

Welches Gericht ist bei einem deutsch-ausländischen Erbfall zuständig?

Örtlich zuständig ist das Nachlassgericht am Wohnsitz des Erblassers (§ 343 FamFG), im Beispiel also das Amtsgericht München, Abteilung für Nachlasssachen (Nachlassgericht). Fehlt ein Wohnsitz, ist das Gericht zuständig, in dessen Bezirk der Erblasser zur Zeit des Erbfalls seinen Aufenthalt hatte. Ist auch ein Aufenthaltsort nicht festzustellen, ist das Amtsgericht Schöneberg in Berlin zuständig.

Wie kommt es zur Spaltung des Nachlasses?

Der gesamte Nachlass ist grundsätzlich nach einer einzigen Rechtsordnung abzuwickeln. Im Beispiel wäre, da der Erblasser in München wohnte und dort verstarb, also deutsches Erbrecht maßgebend.

Bei Fällen mit Auslandsbezug ist es oft so, dass der Erblasser auch im Ausland Vermögenswerte besitzt. Hinterlässt der Erblasser mit Wohnsitz in München Immobilienvermögen in Frankreich, richtet sich die Erbfolge wegen des Immobilienvermögens nach französischem Erbrecht (Art 3a EGBGB). Der Nachlass wird also rechtlich aufgespalten, so dass neben dem deutschen Erbrecht auch ausländisches Erbrecht zur Anwendung kommen kann. Man spricht von einer Nachlassspaltung. Ist eine Nachlassspaltung anzunehmen, müssen Sie wissen, wie Sie Ihr Erbrecht nachweisen. Es handelt sich dabei um Fragen des Erbscheins.

Wegen der Erbfolge kommt es darauf an, in welchem Staat sich das Immobilienvermögen befindet. Details regelt das Internationale Privatrecht des jeweiligen Staates. Jeder Staat hat ein sogenanntes Internationales Privatrecht. Darin ist geregelt, wie rechtlich zu verfahren ist, wenn eine Rechtssache mit Auslandsbezug vorliegt.

Im Internationalen Privatrecht Frankreichs richtet sich der Erbfolge für Immobilien in Frankreich nach französischem Erbrecht. Da im Beispiel der Erblasser eine Immobilie in der Bretagne hinterlässt, gilt in Bezug auf die Erbfolge in die Immobilie französisches Erbrecht. Läge die Immobilie in Dänemark, richtet sich das anwendbare Erbrecht hingegen nach dem Wohnsitz des Erblassers. Da der Erblasser im Beispiel seinen Wohnsitz in Deutschland hatte, käme es nach dänischem Privatrecht zu einer Rückverweisung auf das deutsche Recht, so dass in diesem Fall die Erbfolge nach deutschem Erbrecht zu beurteilen wäre. Insoweit gibt es keine einheitliche Regelung. Es kommt also drauf an, in welchem Staat die Immobilie gelegen ist.

Was bedeutet es, wenn der Erblasser eine Rechtswahl vorgenommen hat?

Um Probleme der Nachlassspaltung zu vermeiden, kann der Erblasser testamentarisch verfügen, dass sein gesamter Nachlass durch ein einziges Nachlassgericht nach demselben Recht abgewickelt werden soll. Der Erblasser trifft also eine Rechtswahl. Er kann wählen und damit bestimmen, dass sein Nachlass insgesamt nach deutschem Erbrecht abgewickelt werden soll. Zuständig ist dann das Nachlassgericht, in dessen Bezirk er seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Auf seine Staatsangehörigkeit kommt es nicht an.

Diese Rechtswahl bietet sich vor allem auch dann an, wenn ein deutscher Erblasser das Jahr über in der Bretagne lebt und vermeiden möchte, dass sein Nachlass im Fall seines Ablebens aufgrund seines gewöhnlichen Aufenthalts in Frankreich nach französischem Erbrecht abgewickelt werden müsste. Insoweit gebietet sich eine Rechtswahl, um zu vermeiden, dass unbekanntes ausländisches Erbrecht zur Anwendung kommt, das aus deutscher Sicht oft Überraschungen bereithält.

Um eine Rechtswahl zu treffen, genügt es, wenn der Erblasser testamentarisch verfügt, – „mein gesamter Nachlass soll unabhängig vom Ort meines gewöhnlichen Aufenthalts im Zeitpunkt meines Ablebens nach deutschem Erbrecht abgewickelt werden“. – Damit kann er die Anwendung französischen Erbrechts ausschließen.

Diese Möglichkeit der Rechtswahl besteht seit 17.8.2015 aufgrund der Europäischen Erbrechtsverordnung. Ob eine vorher in einem Testament getroffene Rechtswahl zu beachten ist, ist rechtlich unklar. Auf jeden Fall sollten Erblasser, die vor 17.8.2015 eine testamentarische Rechtswahl getroffen haben, ihr Testament erneuern.

Erbfall und Erbengemeinschaft mit Auslandsbezug

Erbe im Ausland:  wie erfahre ich von meiner Erbeinsetzung?

Im Idealfall wissen Sie, dass Sie gesetzlicher oder testamentarisch bestimmter Erbe sind und erfahren über die Angehörigen vom Tod des Erblassers. Sie können dann von sich aus agieren. Ansonsten ist das Nachlassgericht eigentlich von Amts wegen verpflichtet, die gesetzlichen Erben festzustellen. Ist die Ermittlung schwierig oder zeitaufwendig, kann es einen Nachlasspfleger bestellen und diesen auf Kosten des Nachlasses mit der Ermittlung beauftragen. Alternativ kommt auch eine Erbenermittlung in Betracht. Halten Sie sich im Ausland auf und ist Ihr Aufenthaltsort hierzulande unbekannt, kann es schwierig werden, Sie zu informieren.

Gibt es mehrere Erben, die eine Erbengemeinschaft bilden, sollte jeder Miterbe ein Interesse daran haben, dass auch Sie als Miterbe über den Erbfall informiert werden. In der Erbengemeinschaft können nur alle Miterben gemeinschaftlich handeln und nur gemeinschaftlich über Nachlasswerte verfügen. Insoweit kommt es auf die Zustimmung eines jeden einzelnen Miterben an. Wird über Nachlasswerte verfügt, ohne dass Sie nicht wenigstens Ihre stillschweigende Zustimmung gegeben hätten, ist die Verfügung unwirksam.

Wie wird ein Testament eröffnet, wenn nicht alle Erben in Deutschland wohnen?

Ist Ihnen unbekannt, dass der Erblasser Sie testamentarisch zum Erben bestimmt hat, muss diejenige Person, die das Testament auffindet, das Testament an das Nachlassgericht abliefern. Unterlässt sie die Ablieferung, unterschlägt sie eine Urkunde und macht sich strafrechtlich verantwortlich. Hat der Erblasser sein Testament beim Nachlassgericht hinterlegt und beim Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer in Berlin registrieren lassen, erfährt das Nachlassgericht über das Standesamt und das Zentralregister vom Ableben des Erblassers. Das Nachlassgericht hat sodann das vom Erblasser hinterlegte und beim Gericht verwahrte Testament zu eröffnen (§ 348 FamFG). Dazu kann das Nachlassgericht die in Betracht kommenden Erben anschreiben und ihnen eine Kopie des Testaments übersenden. Es kann die Erben auch zu einem persönlichen Termin laden und das Testament bekannt geben. Zwar soll das Nachlassgericht alle in Betracht kommenden Erben von sich aus ermitteln. Im Hinblick auf die Personalausstattung der Justiz dürfen Sie jedoch nicht davon ausgehen, dass Sie zuverlässig Kenntnis vom Erbfall erhalten. Haben Sie Kenntnis, dass Sie erbberechtigt sind, kommt es darauf an, dass und wie Sie Ihr Erbrecht nachweisen.

Wie weise ich mein Erbrecht nach?

Um Ihr Erbrecht nachzuweisen, können Sie einen Erbschein beantragen. Zuständig ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Erblasser seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Sind Sie Alleinerbe, erhalten Sie einen Alleinerbschein. Gibt es mehrere Erben, bilden diese eine Erbengemeinschaft und erhalten einen gemeinschaftlichen Erbschein. Darin werden die jeweiligen Erbanteile angegeben. Sie können aber auch nur für sich selbst einen Teilerbschein beantragen, in dem nur Ihr Erbanteil ausgewiesen wird. Sind Sie gesetzlicher Erbe, benötigen Sie die Sterbeurkunde, Ihren Personalausweis und den Nachweis, dass Sie als Angehöriger gesetzlicher Erbe des Erblassers sind. Diesen Nachweis führen Sie mit Personenstandsurkunden, die Sie Familienstammbüchern entnehmen oder beim Standesamt beschaffen können. Sind Sie in einem Testament oder Erbvertrag als Erbe eingesetzt, müssen Sie die betreffende Urkunde und die Sterbeurkunde vorlegen und erklären, dass Sie die Erbschaft angenommen haben.

Wozu nutzt mir der Erbschein bei einem ausländischen Nachlass?

Mit dem Erbschein dokumentieren Sie, dass Sie erbberechtigt sind. Sind Sie Miterbe einer Erbengemeinschaft, können Sie nur alle gemeinschaftlich handeln. Keiner kann ohne den anderen agieren. Sie können damit allein oder zusammen mit Ihren Miterben zur Bank gehen und über das Bankkonto des Erblassers verfügen. Ausnahmsweise brauchen Sie dafür keinen Erbschein, wenn Sie der Erblasser zu Lebzeiten im Rahmen einer Bankvollmacht über den Tod hinaus bevollmächtigt hat, auch nach seinem Ableben über sein Bankkonto zu verfügen. Gehört zum Nachlass eine in Deutschland gelegene Immobilie, können Sie zusammen mit der Vorlage des Erbscheins auf einem Formblatt gegenüber dem Grundbuchamt beantragen, dass das Eigentum an der Immobilie auf Sie oder die Erbengemeinschaft umgeschrieben wird. Mit dem Erbschein können Sie Mietverhältnisse, Vereinsmitgliedschaften oder Abonnementverträge kündigen und eine Immobilie natürlich auch verkaufen.

Was ist das Europäische Nachlasszeugnis? Was die EU-Erbrechtsverordnung?

Der in Deutschland ausgestellte Erbschein wird nicht unbedingt im Ausland anerkannt. Jeder Staat kennt sein eigenes Erbrecht und wickelt Erbfälle nach eigenen Regeln ab. Hinterlässt der Erblasser im Ausland Vermögenswerte, können Sie beim örtlichen Nachlassgericht am Wohnsitz des Erblassers auch ein europäisches Nachlasszeugnis beantragen. Grundlage ist die EU-Erbrechtsverordnung für grenzüberschreitende Erbfälle in Europa. Der Antrag ist auf einem dafür vorgesehenen Formblatt zu stellen. Mit diesem Europäischen Nachlasszeugnisse könnten Sie sodann in Frankreich beantragen, die Immobilie auf Ihren Namen umzuschreiben.

Erbfall und Erbengemeinschaft mit Auslandsbezug

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Welche Fristen gelten, wenn ich die Erbschaft ausschlagen möchte?

Sie sind nicht verpflichtet, Ihr Erbe anzutreten. Stattdessen können Sie die Erbschaft ausschlagen. Die Ausschlagung ist sinnvoll, wenn der Nachlass überschuldet ist oder Sie Verantwortung und Pflichten übernehmen müssten, die Sie nicht übernehmen möchten. Befinden Sie sich in Deutschland, beträgt die Ausschlagungsfrist sechs Wochen. Die Ausschlagungsfrist verlängert sich auf sechs Monate, wenn Sie sich als Erbe bei Beginn der Frist im Ausland aufhalten oder der Erblasser seinen letzten Wohnsitz nur im Ausland gehabt hat (§ 1944 Abs. III BGB). Die Frist beginnt zu dem Zeitpunkt, in dem Sie vom Erbfall Kenntnis erlangen. Es kann also durchaus sein, dass Sie erst nach Monaten oder gar Jahren in Erfahrung bringen, dass Sie geerbt haben und könnten dann immer noch ausschlagen.

Auslandserbe: Wo muss ich Steuern zahlen?

Ist der Erblasser in Deutschland verstorben, fordert das Finanzamt deutsche Erbschaftssteuer, wenn der Erblasser und der Erbe seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hatten. In diesem Fall zahlen Sie in Deutschland Erbschaftssteuer nach deutschem Recht auch für das gesamte Auslandsvermögen des Erblassers, im Beispielfall also auch für die Immobilie in Frankreich. Gibt es mehrere Erben in einer Erbengemeinschaft, wird der Erwerb jeweils nach der Höhe der Erbquote besteuert, mit der Sie als Miterbe am Nachlass beteiligt ist.

Grundsätzlich kommt es darauf an, ob und inwieweit Sie in Deutschland erbschaftssteuerpflichtig sind. Haben Sie im Inland weder einen Wohnsitz noch Ihren gewöhnlichen Aufenthalt, sind Sie nach Maßgabe des § 2 ErbStG erbschaftssteuerpflichtig. So gelten Sie u.a. als steuerpflichtiger Inländer, wenn Sie sich nicht länger als fünf Jahre dauernd im Ausland aufgehalten haben, ohne im Inland einen Wohnsitz zu haben. Sind Sie insoweit unbeschränkt steuerpflichtig, unterliegt der gesamte Erwerb der deutschen Erbschaftssteuer. Es spielt dann keine Rolle, ob sich Vermögenswerte im Inland oder auch im Ausland befinden. Ansonsten unterliegen Sie dem Steuerrecht des Staates, in dem Sie Ihren ständigen Wohnsitz unterhalten. Leben Sie also in Frankreich und erben dort innerhalb von fünf Jahren eine Immobilie, bleiben Sie für dieses Erbe auch in Deutschland unbeschränkt erbschaftssteuerpflichtig (Weltprinzip des Steuerrechts).

Bei Auslandsvermögen besteuert auch der ausländische Staat den Erbfall nach seinen Gesetzen. Jeder Staat entscheidet aufgrund seiner Steuerhoheit allein, ob und inwieweit er internationale Erbfälle mit einer Erbschaftssteuer belegt. Da die Erbschaftssteuersysteme der Staaten nicht aufeinander abgestimmt (harmonisiert) sind, können internationale Erbfälle zur Mehrfachbesteuerung führen.

Im Beispielfall wird auch der französische Staat nach Maßgabe des französischen Steuerrechts auf die Immobilie in der Bretagne Erbschaftssteuern fordern. Als Erbe werden Sie von beiden Staaten in Anspruch genommen. Die doppelte Inanspruchnahme kann ganz oder teilweise entfallen, wenn zwischen Deutschland oder Ihrem ausländischen Wohnsitzstaat ein Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet des Erbschaftssteuerrechts besteht. Ein solches Abkommen gibt es in Deutschland auch mit Frankreich, ferner mit Dänemark, Griechenland, Schweden, Schweiz und Vereinigte Staaten von Amerika.

Fehlt ein Doppelbesteuerungsabkommen, wird die ausländische Erbschaftssteuer meist zumindest teilweise auf die deutsche Erbschaftssteuer angerechnet (§ 21 ErbStG). Die Anrechnungsvorschrift trifft unterschiedliche Regelungen und stellt darauf ab, ob der Erblasser deutscher Staatsbürger war und wo er und der Erbe seinen Wohnsitz oder Aufenthalt haben. Das Steuerrecht ist insoweit ausgesprochen komplex.

Fazit für Alleinerben und Erbengemeinschaften

Sind Sie in einer Erbschaft mit Auslandsbezug involviert, sollten Sie Eigeninitiative entfalten. Dazu gehört, dass Sie sich möglichst umfassend informieren und möglichst auch kompetent beraten lassen. Gehört zum Nachlass eine Immobilie, können Sie Abwicklungsschwierigkeiten vermeiden, indem Sie Ihren Erbanteil beispielsweise verkaufen, sich damit die erwartete Liquidität beschaffen und die Abwicklung anderen überlassen.

4 Comments

  1. Britta Scheuermann 6. April 2018 um 12:52 Uhr - Antworten

    Ich bin Deutsche, habe aber seit 30 Jahren meinen Wohnsitz in Belgien. Meine in Deutschland wohnende Mutter ist gestorben une ich erbe zusammen mit meinem Bruder eine Immobilie (das Haus der Familie). Gilt für mich als „Ausländer“ das deutsche Erbrecht und die deutsche Erbschaftsteuer, oder kann der belgische Staat ebenfalls eine belgische Erbschaftsteuer fordern ?

    • Dr. Stephan Seitz
      Dr. Stephan Seitz 8. April 2018 um 22:08 Uhr - Antworten

      Liebe Frau Scheuermann,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. IdR richtet sich das anwendbare Erbrecht nach dem Erblasser. In Ihrem Fall spricht viel für deutsches Recht. Auch kommt es idR nicht zu Doppelbesteuerungen, hier gibt es Abkommen zwischen den Staaten. Bitte beachten Sie aber, dass ich keine Rechtsberatung vornehmen kann. Sie müssten sich bitte an einen Steuerberater wenden.

      Viele Grüße

      Stephan Seitz

  2. Monika 1. Mai 2018 um 16:41 Uhr - Antworten

    Hallo Herr Dr. Seitz,

    In diesem Zusammenhang hätte ich auch eine Frage:

    Wenn es eine deutsche Erbengemeinschaft gibt und ein ausländischer Staat ebenfalls die deutsche Erschaft besteuert (wegen Auslandswohnsitz eines Erben), wer bezahlt dann die zusätzliche ausländische Erbschaftssteuer ?
    – der betroffene Erbe
    oder
    – die Erbengemeinschaft ?

    Es geht um finanzielle Werte: Im Testament ist nichts zur Besteuerung vermerkt.

    Vielen Dank im Voraus für eine Info. MfG

    • Dr. Stephan Seitz
      Dr. Stephan Seitz 5. Mai 2018 um 22:20 Uhr - Antworten

      Liebe Monika,

      in der Regel greifen hier die sog. Doppelbesteuerungsabkommen, d.h. im Ergebnis muss nur einmal Steuer bezahlt werden. Bitte wenden Sie sich aber an einen Steuerberater, ich kann keine (steuer-)rechtliche Beratung vornehmen.

      Viele Grüße

      Stephan Seitz

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