HEREDITAS Blog: Aktuelles zur Erbengemeinschaft

Erbengemeinschaft & Haus: 13 absolute Praxistipps für Miterben

Statistisch soll jeder zweite Nachlass eine Immobilie enthalten. Erben mehrere Personen und finden sich in einer Erbengemeinschaft zusammen, ergeben sich eine Reihe von Fragen, die nicht selten in handfeste Streitigkeiten ausarten. Denn im Gegensatz zu Bargeld lassen sich Immobilien nicht so leicht aufteilen. Bezieht ein Erbe das Haus selbst und zahlt die anderen aus? Vermietet die Erbengemeinschaft das Haus und teilt die Mieteinnahmen untereinander auf oder verkauft man das Haus? Ohne einen Überblick über die mit dem Eigentum an einer Immobilie einhergehenden Vor- und Nachteile sowie gesetzliche und finanzielle Rahmenbedingungen lassen sich diese Fragen kaum schlüssig beantworten.

Erbengemeinschaft & Haus: 13 absolute Praxistipps für MiterbenMein Name ist Dr. Stephan Seitz, ich bin Jurist und war vor wenigen Jahren selbst Teil einer Erbengemeinschaft. Dabei wurde mir klar: die Miterben wollen keinen Streit, sondern eine Lösung. Alles was Sie dafür wissen müssen, schreibe ich hier auf.
 
Bitte beachten Sie meine Rechtlichen Hinweise für die Nutzung dieser Webseite inklusive Haftungsregelungen. Ich fasse lediglich Allgemeinwissen zusammen und biete keine Rechtsberatung. Alle Angaben sind ohne Gewähr.
Erbengemeinschaft & Haus: 13 absolute Praxistipps für Miterben

 
 
 
 
Erbengemeinschaft & Haus: 13 absolute Praxistipps für Miterben
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Gesetzliche Erbfolge oder Testament? Wie hat die Erbengemeinschaft das Haus erworben?

Hat der Erblasser kein Testament hinterlassen, gilt die gesetzliche Erbfolge. Dann bilden die Erben eine Erbengemeinschaft. Alle Erben können nur gemeinschaftlich über das Schicksal des Hauses entscheiden. Keiner kann ohne das Einvernehmen der anderen Miterben handeln. Soll die Immobilie also vermietet oder gar verkauft werden, müssen alle einverstanden sein. Im günstigsten Fall hat der Erblasser ein Testament hinterlassen oder einen Erbvertrag beurkundet und darin zu Lebzeiten bestimmt, was mit der Immobilie nach seinem Ableben geschehen soll. So könnte er festgelegt haben, dass ein bestimmter Erbe alleiniger Eigentümer der Immobilie werden soll. Mit einer solchen Teilungsanordnung wäre dann klargestellt, dass nur dieser Erbe über die Immobilie entscheidet und die anderen Miterben von der Entscheidung über die Immobilie ausgenommen sind.

Erbengemeinschaft & Hausverkauf: ein Miterbe glaubt, das Haus verkaufen zu können

Die Erbengemeinschaft wird als Rechtsnachfolger des Erblassers im Grundbuch eingetragen. Jeder Miterbe wird als Eigentümer bezeichnet. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass ein einzelner Miterbe keine Möglichkeit hat, das Haus allein zu verkaufen. Der Kaufvertrag könnte nur von allen Miterben gemeinsam unterzeichnet werden. Verweigert ein Miterbe den Verkauf, ist der Verkauf nicht möglich.

Zwar setzt sich in Rechtsprechung und Literatur die Haltung durch, dass auch ein Verkauf rechtlich gesehen mit Mehrheit der Miterben möglich ist. Das aber wird auf Immobilien und Häuser zumindest in der Standard-Erbengemeinschaft nicht zutreffen. Denn Voraussetzung für den Mehrheitsverkauf ist, dass sich hierdurch die Erbengemeinschaft nicht wesentlich verändert, vielmehr nur Grundeigentum in Geld übergeht. Das wird aber nur der Fall sein, wenn die Erbschaft mehrere Immobilien enthält.

Mehrheitsentscheidungen in der Erbengemeinschaft: Verwaltung des Hauses im Rahmen der sog. ordnungsgemäßen Verwaltung

Die Verwaltung des Nachlasses steht den Erben gemeinschaftlich zu (§ 2038 BGB). Soweit es um Maßnahmen der „ordnungsgemäßen Verwaltung“ geht, ist jeder Miterbe verpflichtet, konstruktiv mitzuwirken. Diese Mitwirkung kann gegebenenfalls auch gerichtlich erzwungen werden. Steht die Immobilie leer und ist in absehbarer Zeit ein Verkauf nicht zu erwarten, kann es eine Maßnahme ordnungsgemäßer Verwaltung darstellen, wenn die Immobilie zumindest vorübergehend vermietet wird. Eine Entscheidung darüber kann in der Erbengemeinschaft nur mehrheitlich getroffen werden. Das Stimmrecht der Miterben richtet sich nach der Größe ihrer Anteile (§§ 2038 Abs. II 745 BGB). Umgekehrt können die Erben auch die Kündigung eines Mietverhältnisses mit Stimmenmehrheit aussprechen, wenn sich die Kündigung als Maßnahme ordnungsgemäßer Verwaltung darstellt (z.B. bei Zahlungsverzug des Mieters). Handelt insoweit ein Miterbe allein, bleibt sein Handeln unbeachtlich. Die Kündigung und der Abschluss eines Mietvertrages wären unwirksam.

Alleinentscheidungsrecht bei Notverwaltungsmaßnahmen in Bezug auf das Haus

Eine Ausnahme besteht bei Notverwaltungsmaßnahmen. In diesem Fall kann der einzelne Miterbe allein entscheiden. Zur Notwendigkeit einer Maßnahme muss die Dringlichkeit dazukommen, so dass das alleinige Entscheidungsrecht auf Ausnahmefälle beschränkt ist. Beispiel: Ein Sturm deckt das Dach des Hauses ab. Die Miterben A und B sind nicht erreichbar, so dass Miterbe C allein den Dachdecker mit der Reparatur beauftragt.

Erbengemeinschaft & Haus: 13 absolute Praxistipps für Miterben

Das Haus ist vermietet – welche Optionen hat die Erbengemeinschaft?

Hinterlässt der Erblasser eine vermietete Immobilie, tritt die Erbengemeinschaft in den bestehenden Mietvertrag ein. Möchte ein Miterbe das Haus selbst beziehen, kann er im Einvernehmen mit den anderen den bestehenden Mietvertrag mit dem Mieter unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfristen kündigen, indem nachweislich Eigenbedarf geltend macht. Ansonsten wird der Mietvertrag so fortgesetzt, wie er besteht.

Ein Miterbe wohnt im Haus – kann er bleiben?

Wird das Haus von einem Miterben bewohnt (z.B. überlebender Ehepartner des Erblassers) entscheidet die Erbengemeinschaft, ob und zu welchen Bedingungen der Miterbe das Haus auch künftig bewohnen kann. Im Idealfall hat der Erblasser testamentarisch bestimmt, dass sein überlebender Ehegatte auch fortan im Haus wohnen darf und festgelegt, zu welchen Bedingungen er das Haus nutzen kann. Fehlt es daran, kann sich die Erbengemeinschaft darauf verständigen, dass der Miterbe eine Nutzungsentschädigung oder ganz formal nach Maßgabe eines Mietvertrages Miete zahlt. Da dieser Miterbe selbst Teil der Erbengemeinschaft ist, ist sein Anteil bei der Miete zu berücksichtigen.

Jeder Miterbe kann seinen Erbanteil verkaufen – nicht aber nur seinen Anteil am Haus

Möchte sich der Miterbe nicht auf die Auseinandersetzung in der Erbengemeinschaft wegen des Verkaufs des Hauses einlassen, kann er seinen Anteil am gesamten Nachlass verkaufen (§ 2033 BGB). Er hat aber keine Möglichkeit, seinen Anteil allein im Hinblick auf das Haus zu veräußern. Wenn, dann muss er den gesamten Anteil am gesamten Nachlass aufgeben. Der Erwerber des Anteils wird dann Miteigentümer des Hauses. Allerdings haben die anderen Miterben ein gesetzliches Vorkaufsrecht und können damit verhindern, dass eine fremde Person als Erwerber in die Erbengemeinschaft eintritt (§ 2034 BGB).

Eigentumsumschreibung im Grundbuch

Durch den Erbfall wird das Grundbuch unrichtig. Die Erbengemeinschaft sollte sich als neuer Eigentümer im Grundbuch eintragen lassen. Zum Nachweis der Erbfolge genügt ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag. Fehlt es daran, muss vorher beim Nachlassgericht ein Erbschein beantragt werden (§ 35 GBO). Im Erbfall braucht die Eigentumsumschreibung nicht über einen Notar beantragt zu werden. Die Eigentumsumschreibung ist insoweit vorteilhaft, als das Grundbuchamt keine Gebühren berechnet, wenn die Eigentumsumschreibung innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall beantragt wird.

Kann je nach Situation funktionieren: Aufteilung in Wohnungseigentum

Lässt sich das Haus z.B. bei zwei Miterben in wenigstens zwei abgeschlossene Wohnungseinheiten aufteilen, lassen sich Streitigkeiten in Erbengemeinschaften dadurch verhindern, dass die Miterben eine Teilungserklärung beim Notar beurkunden und Wohnungseigentum begründen. Jedem Miterben kann dann eine Wohneinheit zum alleinigen Eigentum zugewiesen werden, die er in eigener Verantwortung verwaltet und nutzt.

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Im Grundbuch ist ein Wohnrecht für das Haus der Erbengemeinschaft eingetragen

Ist im Grundbuch, beispielsweise zugunsten des überlebenden Ehepartners des Erblassers, ein Wohnrecht eingetragen, besteht das Wohnrecht fort. Ein eventueller Verkauf an eine dritte Person dürfte insoweit schwierig sein, da der Erwerber die Immobilie mit dem Wohnrecht übernehmen müsste. Ein Verkauf kommt nur in Betracht, wenn der Inhaber des Wohnrechts bereit sein sollte, vielleicht gegen Zahlung einer Abfindung auf sein Wohnrecht zu verzichten.

Übernahme der Miteigentumsanteile der Miterben

Ein einfacher Weg kann darin bestehen, dass ein Miterbe die Miteigentumsanteile der anderen übernimmt und das Haus zu alleinigem Eigentum erwirbt. Dazu muss er, sofern er über die notwendige Bonität für eine Finanzierung oder ausreichend Eigenkapital verfügt, die anderen auszahlen und/oder, wenn die Immobilie z.B. über eine Baufinanzierung* erworben wurde, den Finanzierungsanteil bei der Bank übernehmen.

Häufig eine ganz schlechte Idee: Teilungsversteigerung des Hauses

Können sich die Miterben nicht verständigen, bleibt in letzter Konsequenz nur, die Teilungsversteigerung der Immobilie zu beantragen. Da jeder Miterbe jederzeit die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft einfordern kann (§ 2042 BGB), ist jeder Miterbe berechtigt, den Antrag beim örtlich zuständigen Amtsgericht zu stellen. Dann wird die Immobilie nach Maßgabe eines festgesetzten Verkehrswertes öffentlich versteigert. Jeder Miterbe kann dabei selbst mitsteigern und auch auf diesem Weg die Immobilie zu alleinigem Eigentum erwerben. Aber: Teilungsversteigerungen führen häufig zu einem Erlös, der weit unter dem Erlös liegt, der bei einem freihändigen Verkauf der Immobilie möglich ist. Teilungsversteigerungen können erfahrungsgemäß also dazu führen, dass Immobilienwerte verschleudert werden.

Schnellrechner: Kosten Teilungsversteigerung ermitteln

Berechnen Sie mit nur zwei Eingaben einen Orientierungswert für die Kosten, die im Rahmen einer Teilungsversteigerung regelmäßig anfallen. Die Kosten richten sich primär nach dem Erlös aus der Versteigerung. Für die Kostenschätzung vor der Versteigerung ist daher auf den Verkehrswert des Grundstücks oder der Immobilie abzustellen. Die genaue Abrechnung erfolgt dann nach der Teilungsversteigerung.
 
Die Verfahrenskosten (Gerichtskosten, Kosten für die Veröffentlichung und die Gutachterkosten) werden von allen Miterben entsprechend ihrem jeweiligen Anteil an der Erbengemeinschaft getragen. Die Kosten muss der Antragsteller zunächst vorstrecken, bekommt sie dann aber aus dem Versteigerungserlös erstattet. Die Kosten für eine optionale anwaltliche Betreuung (Anwaltskosten) hingegen müssen Sie komplett selbst tragen.

Kosten Teilungsversteigerung


 
Mein Tipp: Wert Ihrer Immobilie ermitteln*
 
Sowohl die Verfahrenskosten (Gericht, Gutachten, ...) wie auch die Kosten für einen (optionalen) Rechtsanwalt bestimmen sich nach dem Verkehrswert des Grundstücks oder der Immobilie. Diese können zunächst nur geschätzt werden, am Ende wird mit dem tatsächlichen Versteigerungserlös abgerechnet.
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Die Kosten für Ihre Rechtsberatung richten sich nur nach Ihrem Anteil am Grundstück bzw. der Immobilie. Auch die Verfahrenskosten werden letztendlich nach der Höhe der Erbanteile verteilt. Die Größe ihres Anteils am Nachlass bestimmt sich nach der Erbquote. Je nach testamentarischer Bestimmung oder Rangfolge in der gesetzlichen Erbfolge ergibt sich diese automatisch. In der Praxis werfen Sie einen Blick in den Erbschein, dort ist die Erbquote als Bruchteil genannt, z.B. 7/12. Tragen Sie hier den %-Wert ein.
 
Über meinen Erbrechner können Sie ihren gesetzlichen Erbteil einfach berechnen.

Die Berechnung ist teilweise vereinfacht, sie soll Ihnen als Orientierung dienen. Alle Angaben sind ohne Gewähr, bitte lassen Sie sich (anwaltlich) beraten. Die Datenschutzbestimmungen für meine Schnellrechner lesen Sie unter Datenschutz.

Sie sind Rechtsanwalt? Dieser Schnellrechner kann kostenlos und neutral auf Ihrer Webseite eingebunden werden. Mehr unter Kanzleimarketing.

Wann fällt Erbschaftssteuer an?

Hatte der Erblasser die Immobilie vor weniger als zehn Jahren selbst gekauft oder fertiggestellt, fällt für die Erben auf den Gewinn Spekulationssteuer an, wenn sie vor Ablauf der zehn Jahre das Haus verkaufen. Insoweit kann es günstiger sein, die Immobilie bis zum Ablauf der zehn Jahre noch nach Maßgabe eines befristeten Mietvertrages zu vermieten.

Möchte ein Miterbe das vom Erblasser zu Lebzeiten bewohnte Haus selbst nutzen, profitiert er von einem insoweit günstigen Erbschaftssteuerrecht. Erbt der überlebende Ehepartner, bleibt der Erwerb unabhängig vom Verkehrswert des Hauses erbschaftssteuerfrei, wenn er mindestens zehn Jahre lang selbst darin wohnt. Gibt der Ehegatte die Eigennutzung vorzeitig auf, bleibt die Steuerbefreiung nur erhalten, wenn dafür zwingende Gründe bestehen (z.B. Umzug ins Pflegeheim). Auch der Verkauf danach bleibt vollständig steuerfrei. Erben Kinder oder Enkelkinder, darf die Gesamtwohnfläche des Hauses nicht mehr als 200 m² betragen, ansonsten wird darüber hinaus anteilig Erbschaftssteuer fällig.

22 Kommentare

  1. Avatar
    König 2. Oktober 2018 um 15:57 Uhr - Antworten

    Wenn sich die Miterben (3 von 7 bereits verstorben) über 40 Jahre nicht um ihr Erbe (kein Testament vorhanden) (Haus ohne Außenputz und ohne Heizung) kümmerten und nichts zum Erhalt beigetragen haben, dürften sie eigentlich auch keinen Anspruch mehr haben. Wir 3 Kinder der einen Miterbin, welche von Anfang an im Haus wohnt, fragen uns bei jeder notwendigen Reparatur des Hauses (z. B. Dachneudeckung 2015) ohne dabei Anforderungen an die Erbengemeinschaft zu stellen
    , ob dies zur Werterhaltung bzw. Werterhöhung beiträgt und wie das evtl. später im Falle einer Auseinandersetzung bewertet wird. Alle Miterben haben mit ihren Familien oder allein mit im Haus gewohnt und sind nach und nach ausgezogen. Unsere Mutter erhielt eine mietfreie Wohnung, weil sie und mein Vater beim Ausbau in den 60er Jahren geholfen haben, leider nie schriftlich vereinbart. Sie haben sich auch bis zum Tod meiner Großeltern um sie gekümmert und erhalten das Haus so gut es geht nach ihren  finanziellen Möglichkeiten. Wir hatten schon die Erben angeschrieben, um die Angelegenheit zu klären, leider war kein einziger dazu bereit.
    Wir machen uns Gedanken darüber, was passiert, wenn unsere Mutter nicht mehr lebt. Sie ist 81 und unser Vater ist bereits 2014 gestorben. Wahrscheinlich ist es am besten, wenn es so bleibt wie es ist und wir zusammen entscheiden, was mit dem Haus geschehen soll. Denkbar wäre ein Umbau für die Enkel, aber dafür braucht man eine Genehmigung und die bekommt man leider nur als Eigentümer und das ist nach wie vor mein Opa (er steht jedenfalls noch im Grundbuch) bzw. seine Kinder, von denen noch 4 (einschließlich unserer Mutter) leben. Von den Verstorbenen besteht sicher der Anspruch bei deren Nachkommen, also wird der Kreis der Erbberechtigten immer größer. Ich denke, dass der Gesetzgeber hier eingreifen sollte und zwar in Hinsicht auf die Verjährung. Diese sollte in solchen Fällen, in denen die Miterben sich über Jahrzehnte nicht um ihr Erbe gekümmert haben, die Verjährung des Anspruches einsetzen müsste.

    • Dr. Stephan Seitz
      Dr. Stephan Seitz 2. Oktober 2018 um 23:19 Uhr - Antworten

      Liebe Frau König, vielen Dank für Ihre Beitrag. Als Erbe sind Sie mit den anderen Miterben in einer Erbengemeinschaft rechtlich verbunden. Solange Sie diese nicht auseinandergesetzt haben, gehört allen Miterben alles gemeinsam. Damit entstehen u.a. auch die von Ihnen geschilderten Probleme. Daher ist die Erbengemeinschaft auch – vom Gesetzgeber, weil Sie darauf anspielen – auf Auseinandersetzung ausgelegt. Handlungsbedarf für den Gesetzgeber sehe ich an dieser Stelle nicht.

  2. Avatar
    helga 24. April 2019 um 21:44 Uhr - Antworten

    Bei meiner Busenfreundin ist es der Fall, dass sie zusammen mit ihrem Bruder das Haus vom Opa geerbt haben. Erika braucht schon die eigenen vier Wände, denn sie wartet auf das Baby. Justus ist dagegen noch jung, möchte aber für sein Teil was kriegen, um in eigenes Auto zu investieren. Da im Grundbuch nur ein Wohnrecht fürs Haus eingetragen wird, wäre es sinnvoll sich zu verabreden. Mal sehen, ob es klapp. Für den Tipp zu der möglich fallenden Erbschaftssteuer vielen Dank!

  3. Avatar
    Stefanie 15. Dezember 2019 um 7:47 Uhr - Antworten

    Mein Bruder und ich haben nach dem Tod unserer Mutter 3 Wohnungen geerbt!
    In zwei davon wohnen jeweils ich und mein Bruder, hier haben wir untereinander geregelt, dass jeder seine bewohnte Wohnung als 100% Eigentum erhält.
    Bei der dritten Wohnung, die unsere Mutter bewohnte, soll diese, wie von unserer Mutter gewünscht, 50/50 aufgeteilt werden- und wir wollen die Wohnung vermieten!
    Nun folgende Fragen:
    Gibt es eine Möglichkeit, den Eintrag 50/50 zu erfassen -ohne den Titel Erbengemeinschaft?
    wenn nein, kann eine Erbengemeinschaft die Wohnung ohne weiteres vermieten? Was gilt es hier zu beachten?

    Besten Dank für Ihre Hilfe

    • Dr. Stephan Seitz
      Dr. Stephan Seitz 15. Dezember 2019 um 13:39 Uhr - Antworten

      Ja, die Möglichkeit gibt es. Ich würde Ihnen empfehlen sich an einen Notar zu wenden. Gerade da Sie beide sich einig zu sein scheinen, kann er Ihnen sicherlich weiterhelfen.

  4. Avatar
    Tanja T. 22. Januar 2020 um 9:58 Uhr - Antworten

    Meine Mutter lebt seit ihrer Geburt im Elternhaus mit 2 Wohnungen. Eine Wohnung bewohnte meine Oma und mein Onkel bis zu deren Tod. Nun ist sie leer. Die andere Wohnung bewohnt immernoch meine Mutter. Seit dem Tod meines Vaters allein. Es gibt noch 2 Brüder und eine Halbschwester. Meine Mutter hat immer Miete an meinen Onkel in der unteren Wohnung gezahlt und alle anfallenden Kosten wie Wasser, Müll, Steuern, Versicherung usw. haben sie geteilt. Bei einem Umbau haben meine Eltern auch viel Geld mit investiert. Leider alles nie schriftlich festgehalten. Meine Mutter hat auch ihren Bruder 5 Jahre unentgeltlich gepflegt bis er starb. Die anderen Geschwister haben sich nie an irgendwelchen Kosten beteiligt, obwohl sie im Grundbuch als Miteigentümer der Erbengemeinschaft eingetragen sind. Seit dem Tod ihres Bruders trägt meine Mutter alle Kosten allein. Jetzt möchte ein Bruder das Haus übernehmen oder verkaufen. Meine Mutter möchte aber in dem Haus (ihrer Wohnung) bleiben. Was hat sie für Rechte und Möglichkeiten? Vielen Dank im voraus.

    • Dr. Stephan Seitz
      Dr. Stephan Seitz 22. Januar 2020 um 23:09 Uhr - Antworten

      Liebe Tanja, das ist auf dieser Basis leider nicht zu beantworten. Viele Details spielen eine wichtige Rolle. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich keine Rechtsberatung vornehmen kann.

  5. Avatar
    Hartig 2. März 2020 um 10:47 Uhr - Antworten

    Guten Tag,
    bei der Testamentserstellung stellen wir uns aktuell die Frage, wie folgende Aufteilung zu regeln ist:

    Als Erben eingesetzt werden soll ich (Nichte des zukünftigen Erblassers) und die Schwester des Erblassers. Im Erbvermögen befindet sich ein Haus, das voraussichtlich ich übernehmen werde und damit die Schwester auszahlen werden muss. Diese Auszahlung des Erben, der das Haus nicht übernimmt, soll begrenzt werden auf einen Betrag von bsplw. max. 100.000,00 €. Kann das in dieser Form im Testament gültig festgelegt werden?

    Weiter ist die Frage, ob festgelegt werden kann, dass bei Versterben der Schwester als Erbberechtigte, deren Nachkommen als Nachfolge ausscheiden?

    Vielen Dank.
    MfG
    Hartig

  6. Avatar
    Sandra 9. März 2020 um 18:02 Uhr - Antworten

    Guten Tag, meine Schwester und ich haben 2002 ein Dreifamilienhaus von unseren Großeltern geerbt, allerdings hat meine Mutter ein Nießbrauch gehabt. Der wurde ihr abgesprochen und jetzt ist es so, dass meine Mutter, meine Schwester und ich im Grundbuch stehen.
    Meine Mutter bewohnt das Haus und ich mit meiner Familie auch. Meiner Schwester zahle ich jeden Monat 200 € (dafür, dass ich dort wohne). Die Nebenkosten und alle anfallenden Reparaturen zahlen meine Mutter und ich. Jetzt meine Frage: hat man irgendwelche Vorteile als Erbe wenn man das Haus bewohnt und in Stand hält und der andere Erbe dabei komplett außen vor ist? Sich also an den Kosten nicht beteiligt?

  7. Avatar
    Bertl 28. März 2020 um 17:34 Uhr - Antworten

    Hallo, ich habe folgende 2 Fragen:

    Wer verteilt das Geld nach einer Teilungsversteigerung? Das Gericht nach Anteilen oder muss man darum kämpfen?

    Kann man sich als Miterbe mit einem Schlüsseldienst Zugang zum Haus/Erbe verschaffen?

    Danke.

  8. Avatar
    Bettina 28. März 2020 um 17:35 Uhr - Antworten

    Hallo, ich habe folgende 2 Fragen:

    Wer verteilt das Geld nach einer Teilungsversteigerung? Das Gericht nach Anteilen oder muss man darum kämpfen?

    Kann man sich als Miterbe mit einem Schlüsseldienst Zugang zum Haus/Erbe verschaffen?

    Danke.

    • Dr. Stephan Seitz
      Dr. Stephan Seitz 29. März 2020 um 21:54 Uhr - Antworten

      Durch die Teilungsversteigerung wandeln Sie nur Immobilien in Geld. Die Verteilung setzt voraus, dass sich alle Miterben über selbige einig sind. Sind sie das nicht, wird das Geld vom Gericht solange hinterlegt.

  9. Avatar
    Peter G. 2. April 2020 um 19:33 Uhr - Antworten

    Hallo, meine Schwester, verheiratet, kinderlos, seit längerem getrennt von ihrem Mann, aber nicht geschieden, ist verstorben. Im Nachlass ist Kontovermögen und 2 Immobilien. In einer wohnt ihr Mann, die andere wurde von ihr bewohnt. Das AG hat ihren Mann zu 3/4 und mich zu 1/4 als Miterben berufen. Ihr Mann kümmert sich um nichts, es geht ihn alles nichts an. Ich kann aber nur gemeinsam mit ihm das Konto auflösen und auch mit meinem Anteil an den Immobilien kann ich ohne ihn nichts anfangen. Ich wäre ja berechtigt ein 1/4 Miete von ihrem Mann einzufordern. Alle
    Schreiben vom AG, von meiner Rechtsanwältin und mir läßt er unbeantwortet.

    Wie kann ich ihn zur Auflösung der Erbengemeinschaft “zwingen” und mein Erbe “monitarisieren”? Einen Teilungsplan habe ich ihm übermittelt – blieb unbeantwortet. In letzter Konsequenz muß ich wohl Erbschaftssteuer (15%) für ein Erbe zahlen, auf das ich keinen Zugriff und Nutzen habe.

    Schönen Abend, auch in Zeiten einer Corona Krise

    Peter G

  10. Avatar
    S. Schmidt 26. April 2020 um 14:32 Uhr - Antworten

    Hallo und guten Tag, meine Mutter ist verstorben und meine beiden Brüder die dort im Haus leben, möchten da wohnen bleiben und mich auszahlen. Was vollkommen ok ist.
    Welchen Wert setzt man jetzt an. Den Verkehrswert? Der ist ja aber wesentlich niedriger als der Marktwert.
    Gibt es da ein Gesetz?
    Viele Grüße
    S. Schmidt

    • Dr. Stephan Seitz
      Dr. Stephan Seitz 28. April 2020 um 13:35 Uhr - Antworten

      Liebe Frau Schmidt, das sollte sich m.E. an einer angemessenen Wohnraummiete orientieren.

  11. Avatar
    D.Wachtendorf 12. Juni 2020 um 17:15 Uhr - Antworten

    Guten Tag,

    wir vier Kinder haben damals jeder eine Wohnung in einem vier Familienhaus geerbt,wo wir auch alle drin wohnen.
    Jeder in seiner Wohnung!Mein Vater hat damals für meine Schwester zwei Zimmer auf dem Dachboden ausgebaut,ihre Wohnung befindet sich im Obergeschoß.Da sie die Zimmer nicht im Grundbuch eingetragen hat,zählt ihre Wohnung nicht als abgeschlossene Wohnung.Somit sind wir eine Erbgemeimschaft,da wir anderen uns nicht alleine ins Grundbuch eintragen können.Meine frage,ich möchte ganz raus aus der Erbgemeinschaft möchte mit dem Haus nichts mehr zutun haben.
    Geht das nur über eine Versteigerung überes Amsgericht?Oder gibs noch eine andere möglichkeit da raus zukommen.

    • Dr. Stephan Seitz
      Dr. Stephan Seitz 15. Juni 2020 um 0:01 Uhr - Antworten

      Guten Tag, es kommt auf den Einzelfall an, aber es kann eine Option sein den Erbteil zu verkaufen. So können Sie aus der Erbengemeinschaft ausscheiden.

      • Avatar
        D.Wachtendorf 17. Juni 2020 um 14:29 Uhr - Antworten

        Guten Tag,ich hatte damals beim Notar und Anwalt nachgefragt ob ich meine Wohnung verkaufen könnte,und beide haben nein gesagt.Das ich nur eine Zwangsversteigerung machen könnte.Meine hoffnung war das ich anderes noch aus der Erbgemeinschaft komme.

        • Dr. Stephan Seitz
          Dr. Stephan Seitz 17. Juni 2020 um 23:03 Uhr - Antworten

          Das ist richtig, die Wohnung können Sie nicht einzeln verkaufen. Aber Sie können ihren Erbteil inkl. Wohnung verkaufen.

          • Avatar
            D.Wachtendorf 18. Juni 2020 um 7:46 Uhr

            Guten Tag,woraus gibt sich der Erbanteil? Vom ganzen Viefamilienhaus plus dem Grundstück?
            Und wie weiss ich ich wie hoch mein Erbanteil ist.Und könnte ich mein Erbanteil an meine Geschwister verkaufen?

          • Dr. Stephan Seitz
            Dr. Stephan Seitz 18. Juni 2020 um 22:55 Uhr

            Ihren Erbteil finden Sie am besten im Erbschein. Wenn ihre Geschwister ihren Erbteil kaufen möchten, ist das grds. möglich. Für Details kommt es aber immer auf den Einzelfall an.

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